schrieb am 22. März 2012 zu13. Stock intern, Microblogging, Viral Marketing
Only Twitter can do this: Die Socia Media DIN SPEC und ein total normierter Shitstorm.
Seit gestern sind wir endlich mal wieder Teil eines ausgewachsenen und völlig typisch verlaufenden Shitstorms. Es geht um vermeintliche Normierung des Internets und eine DIN SPEC.
Was ist passiert? Wie einige andere Unternehmen und Agenturen meldete sich auch der 13. Stock vor über einem Jahr auf eine Ausschreibung der Universität Hamburg: In Zusammenarbeit mit dem DIN Institut sollte eine DIN SPEC erarbeitet werden werden, ein Leitfaden (keine Norm, DIN Normen sind eine völlig andere Kategorie) für den Einstieg in Social Media für kleine und mittlere Unternehmen, die nicht über die Mittel verfügen, eine Agentur oder andere, deutlich kostspieligere Hilfestellungen in Anspruch zu nehmen.
Zwei unserer Mitarbeiter, die sich für das Projekt interessierten, setzten sich daraufhin mit den anderen Vertretern der Runde regelmäßig an einen Tisch und begannen damit, eben diesen Leitfaden zu erarbeiten, der in verschiedenen Ablaufphasen wie Analyse, Strategieentwicklung und ähnliches (eine Beschreibung der DIN SPEC findet sich hier) versucht, einen möglichen Weg aufzuzeigen, wie Unternehmen in die Social Media finden können.
Seit gestern sieht Twitter so aus:

Dass die Begriffe DIN (Deutsches Institut für Normung) und Social Media in Kombination ein nicht gerade geringes Reizwortpotential entfalten, ist nicht sonderlich überraschend. Ziemlich erstaunt hat mich allerdings dann doch, in welchem Umfang und bei wie vielen eigentlich reflektierten Personen durch die Meldung statt dem Bedürfnis nach einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Thema folgender Pawlow’scher Shitstorm-Reflex ausgelöst wurde:

Ich habe heute mit dem Beuth-Verlag telefoniert, über den die DIN SPEC zu beziehen ist. Sie wurde seit Veröffentlichung eine handvoll Mal verkauft. Ich übersetze: Halb Twitter in Form all seiner “Experten”, PR-Berater, Agenturmenschen und Medienvertreter, die seit Jahren an jeder Ecke verkünden, dass Unternehmen eine Strategie brauchen, sich genau überlegen sollen, ob Social Media für sie Sinn macht, bevor sie sich ins Mitmachnetz wagen und ähnliches, macht sich über einen Leitfaden zum Einstieg in Social Media lustig, der inhaltlich genau das sagt und gar nichts “normiert”, den aber niemand gelesen hat. Ein Shitstorm, der komplett ohne inhaltliche Auseinandersetzung verläuft.
Sehr gerne hätten wir bzw. die bei uns mit dem Thema befassten Mitarbeiter inhaltlich über den Leitfaden diskutiert, überlegt, was daran in der nächsten Version eventuell zu verbessern ist, welche Punkte man beibehalten, verändern oder streichen sollte, aber diese Auseinandersetzung scheint leider wie bei jedem guten Shitstorm von niemandem wirklich gewünscht. Es geht wie so oft offenbar nur darum, möglichst laut zu klappern und Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Ich persönlich würde mir ein Internet wünschen, in dem weniger normiert und reflexhaft Dinge verlinkt und retweetet werden, in dem man, wenn man sich schon nicht die Mühe machen will, sich mit dem Kritisierten inhaltlich auseinanderzusetzen, wenigstens den Begleittext liest, den man selbst verlinkt. Aber das bleibt wohl nur ein Wunschtraum.
Disclosure: Der 13. Stock verdient nichts am Verkauf der DIN SPEC und der Autor dieser Zeilen hat inhaltlich nicht an dem Projekt mitgearbeitet, regt sich aber gerne darüber auf, wenn ohne jede argumentative Grundlage im Netz getrollt wird.

Unter diesem Motto führt der 13. Stock seit dem Wintersemester 2011/2012 ein Recherche-Projekt in Zusammenarbeit mit der 










