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Wiebke Uhlenbroock schrieb am 11. Juli 2010 zuNews, People, Social Networks, Unkategorisiert

David Cameron 2.0 – oder: Wie sich die britische Politik der Social Media bedient

Dass Groß Britannien’s Premier David Cameron in vielerlei Hinsicht besser vernetzt ist als das englische Fußballteam bei der WM (dieses musste bekanntermaßen im Achtelfinale gegen unsere Jungs vier Bälle im eigenen Netz akzeptieren und daraufhin die “homeward journey” antreten) wurde in der vergangenen Woche deutlich, als Cameron via Social Media die Bürger aufrief, sich mit kreativen Ideen, die Einsparungsmöglichkeiten des Haushaltes betreffend, an seine Regierung zu wenden. Dabei bediente sich Cameron geschickt zahlreicher Kanäle. Während der Blog der Konservativen am Freitag zum so genannten “Spending Challenge” (zu deutsch: Ausgabe-Wettbewerb) aufrief und unter den Lesern für Partizipation warb, wurde zeitgleich auch auf Cameron’s 74,605 ‘Liker’ starken Facebook-Fanpage der Wettbewerb beworben.

Um dem Ganzen noch eine Prise Menschlichkeit und britischen Humor einzuhauchen, wandte sich David Cameron in einer knapp 3-minütigen Video-Konferenz mit Facebook-Co-Founder Mark Zuckerberg (Typ: Abiturient, 1,1, Mathe und Chemie-LK), die unter anderem auf Youtube einsehbar ist, indirekt an das britische Volk. In dem Gespräch bedankte sich Cameron bei einem imaginären Pint Bier bei Zuckerberg dafür, dass dieser durch seine Mitbegründung Facebooks quasi ein virtuelles Wohnzimmer zur Verfügung stellt, in dem Menschen sich versammeln und mitentscheiden können – und damit die in der Politik leider so oft vorherrschende “Top-Down”-Taktik zu Gunsten von Entscheidungen aus dem Volk (“Bottom-Up”) revolutioniert. Der Kommunikationsprofi Cameron (arbeitete jahrelang im Management von Carlton Communications) wirkte dabei sichtlich entspannt und freute sich, dass durch die Kommunikation via Facebook ganz im Sinne der Sparmaßnahmen auch die Kosten für seine eigene Website sinken. Auch Mark Zuckerberg, der von der kumpelhaften Art des Premiers zu weilen leicht überwältigt wirkte, lobte die Eigenschaft seines Netzwerkes, interessierten Menschen ein Forum zu bieten, über das sie ihre Kreativität und Energie konstruktiv mit anderen teilen und für andere einsetzen können. Beide lobten den “Civic Spirit” und die großartige Partizipation, die Social Media in den Bürgerinnen und Bürgern weckt.

Ob’s funktioniert? Der “Spending Challenge” erfreut sich bereits einiger origineller Ideen: Ganz gleich, ob es dabei um die Umstrukturierung der Müllentsorgung oder eine budgetbedingte Absage der Olympischen Spiele 2012 geht – kreativ sind die sparfreudigen Briten allemal. Es bleibt auf jeden Fall spannend zu beobachten, ob unsere Politiker sich von Cameron und seinem Team vielleicht in Zukunft eine virtuelle Scheibe abschneiden sollten in Punkto Online Kommunikation und die Nutzung von Social Media.

Wiebke Uhlenbroock schrieb am 12. Mai 2010 zuSocial Networks

Social Media Explorer (1): Virb, meinverein und mein!KI.KA aus der Nähe betrachtet

Die Welt der Social Media jenseits von Facebook, Youtube, Twitter & Co.

Die Welt der Networks, Plattformen und Dienste ist in der heutigen Zeit so schnelllebig und vielseitig wie das Netz selbst. Dabei variiert der Bekanntheitsgrad der virtuellen Coffeeshops stark. Während ein Facebook-Profil für global-kommunikative Netzwerker längst zur Grundausstattung gehört, wenn es um die Pflege der eigenen Online-Identität geht, steht Myspace bei Künstlern und Hobbymusikern noch hoch im Kurs und auf Twitter „zwitschern“ zahlreiche Influencer aus der Medienwelt ihre Botschaften in die Welt hinaus. Doch wie so oft im Leben gilt auch in Bezug auf Social Media der schöne Spruch: das Leben endet nicht an der eigenen Straßenecke.

Schließlich gibt es in der virtuellen Welt der unbegrenzten Möglichkeiten viele spannende Plattformen, die in Puncto Bekanntheit zwar nicht an die internationale Cash-Cow eines Mark Zuckerberg heranreichen, jedoch bei näherer Betrachtung durchaus einen Klick bzw. Profil wert sind.

Um Licht in den bei näherer Betrachtung überaus faszinierenden Netzwerk-Dschungel zu bringen, haben wir uns überlegt, Euch an dieser Stelle wöchentlich drei Social Media-Plattformen kurz vorzustellen und freuen uns natürlich sehr über Euer Feedback, sowie Eure Tipps und Anregungen für die Fortsetzung der Reihe. Den Anfang machen diese Woche die Kollaborationsplattform Virb.com, das Vereinsnetzwerk meinverein.de sowie mein-kika.de, eine interaktive Community exklusiv für medienaffine Kids unter 15 Jahren.

Virb.com

„Was Du mit Virb machst bleibt komplett Dir überlassen, also komm zu uns und zeig der Welt, was Dich ausmacht“, lautet das Credo der amerikanischen Kollaborationsplattform Virb.com. Das Netzwerk richtet sich in erster Linie an Künstler und kombiniert dabei klassische Community-Features mit der Möglichkeit, selbstproduzierten Content wie z.B. Songaufnahmen, Videos & Co hochzuladen, kostenlos zu downloaden und mit anderen Virbern zu teilen. Vor dem Sign Up haben Neu-Mitglieder bei Virb.com die Möglichkeit, sich von einer sympathisch Männerstimme per Videoanleitung durch den Anmeldeprozess führen zu lassen und dabei über Funktionen und Potential der Plattform informiert zu werden. Je nach eigenem Status und eigener Intention können die User bei der Anmeldung zwischen den Profil-Arten ,Personal‘ (für Leute, die in erster Linie Wert aufs Netzwerken legen und wenig selbstproduzierten Content haben), ,Audio‘ (richtet sich an Musiker), ,Portfolio‘ (z.B. Blogger, Designer oder Fotografen) und ,Other‘ (in erster Linie Unternehmen und Organisationen) wählen. Ähnlich wie Twitter bietet Virb.com seinen Usern die Möglichkeit, den Aktivitäten ihrer Kontakte (plattformübergreifend) zu ,followen‘ und so bestens über alle Online-Aktivitäten informiert zu bleiben.

meinverein.de

Hinter der für sich sprechenden Domain meinverein.de verbirgt sich die nach eigenen Angaben größte Vereinsplattform Deutschlands. Das 2009 von zwei befreundeten Mitzwanzigern gegründete und wenig später von Bundespräsident Horst Köhler ausgezeichnete virtuelle Vereinsheim aus Hamburg baute dabei auf die innovative Start Up-Idee ,Kegelclub meets Web 2.0‘. Auf der Plattform haben Vereine die Möglichkeit, virtuell ihre Termine zu koordinieren, Bilder und Informationen untereinander auszutauschen sowie Berichte und Artikel in über 15 regionalen Tageszeitungen einzubinden. meinverein.de ist kooperationstechnisch bestens vernetzt und bietet seinen Mitgliedern interessante Vergünstigungen wenn es zum Beispiel um Sportequipment oder IT-Leistungen geht. Da lassen auch Werbetreibende und Investoren wie z.B. Michael Stich und Matthias Nixdorf gern den ein oder anderen Euro springen. 2009 wurde meinverein.de im Rahmen der Initiative ,Deutschland – Land der Ideen‘ vom Bundespräsidenten persönlich als ,Ort im Land der Ideen‘ ausgezeichnet.

mein-kika.de

mein-kika.de ist die Online-Plattform der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender und hat sich auf die Fahnen geschrieben, Kindern einen ebenso interessanten wie geschützten Raum im Internet zu bieten, in dem sie mit Altersgenossen (bis einschließlich 15 Jahre) kommunizieren können. Der Schutz und die Sicherheit der Kinder hat dabei hohe Priorität: Das mehrstufige Anmeldeverfahren bedarf einer schriftlichen Einverständniserklärung der Eltern und alle Foren auf der Plattform sind streng moderiert. So wird um einen möglichen Missbrauch der Plattform zu verhindern jeder Beitrag vor seiner Veröffentlichung auf seine ,Angemessenheit‘ hin überprüft. Der Content der rund 20.000 User starken Plattform bezieht sich dabei auf die Formate des Kinderkanals. Ferner wird auf mein-kika.de zu Wettbewerben aufgerufen und ein virtueller Kummerkasten, in dem Kinder sich den Frust von der Seele tippen können, geboten.

In der kommenden Woche nimmt der Social Media Explorer wieder drei Social Networks unter die Lupe – seid gespannt!