Archiv für die Kategorie „Social Networks“

Wiebke Uhlenbroock schrieb am 11. Juli 2010 zuNews, People, Social Networks, Unkategorisiert

David Cameron 2.0 – oder: Wie sich die britische Politik der Social Media bedient

Dass Groß Britannien’s Premier David Cameron in vielerlei Hinsicht besser vernetzt ist als das englische Fußballteam bei der WM (dieses musste bekanntermaßen im Achtelfinale gegen unsere Jungs vier Bälle im eigenen Netz akzeptieren und daraufhin die “homeward journey” antreten) wurde in der vergangenen Woche deutlich, als Cameron via Social Media die Bürger aufrief, sich mit kreativen Ideen, die Einsparungsmöglichkeiten des Haushaltes betreffend, an seine Regierung zu wenden. Dabei bediente sich Cameron geschickt zahlreicher Kanäle. Während der Blog der Konservativen am Freitag zum so genannten “Spending Challenge” (zu deutsch: Ausgabe-Wettbewerb) aufrief und unter den Lesern für Partizipation warb, wurde zeitgleich auch auf Cameron’s 74,605 ‘Liker’ starken Facebook-Fanpage der Wettbewerb beworben.

Um dem Ganzen noch eine Prise Menschlichkeit und britischen Humor einzuhauchen, wandte sich David Cameron in einer knapp 3-minütigen Video-Konferenz mit Facebook-Co-Founder Mark Zuckerberg (Typ: Abiturient, 1,1, Mathe und Chemie-LK), die unter anderem auf Youtube einsehbar ist, indirekt an das britische Volk. In dem Gespräch bedankte sich Cameron bei einem imaginären Pint Bier bei Zuckerberg dafür, dass dieser durch seine Mitbegründung Facebooks quasi ein virtuelles Wohnzimmer zur Verfügung stellt, in dem Menschen sich versammeln und mitentscheiden können – und damit die in der Politik leider so oft vorherrschende “Top-Down”-Taktik zu Gunsten von Entscheidungen aus dem Volk (“Bottom-Up”) revolutioniert. Der Kommunikationsprofi Cameron (arbeitete jahrelang im Management von Carlton Communications) wirkte dabei sichtlich entspannt und freute sich, dass durch die Kommunikation via Facebook ganz im Sinne der Sparmaßnahmen auch die Kosten für seine eigene Website sinken. Auch Mark Zuckerberg, der von der kumpelhaften Art des Premiers zu weilen leicht überwältigt wirkte, lobte die Eigenschaft seines Netzwerkes, interessierten Menschen ein Forum zu bieten, über das sie ihre Kreativität und Energie konstruktiv mit anderen teilen und für andere einsetzen können. Beide lobten den “Civic Spirit” und die großartige Partizipation, die Social Media in den Bürgerinnen und Bürgern weckt.

Ob’s funktioniert? Der “Spending Challenge” erfreut sich bereits einiger origineller Ideen: Ganz gleich, ob es dabei um die Umstrukturierung der Müllentsorgung oder eine budgetbedingte Absage der Olympischen Spiele 2012 geht – kreativ sind die sparfreudigen Briten allemal. Es bleibt auf jeden Fall spannend zu beobachten, ob unsere Politiker sich von Cameron und seinem Team vielleicht in Zukunft eine virtuelle Scheibe abschneiden sollten in Punkto Online Kommunikation und die Nutzung von Social Media.

Wiebke Uhlenbroock schrieb am 1. Juli 2010 zuSocial Networks, Unkategorisiert

Social Media Explorer (4): Knuddels, bandcamp und netmoms

Die Welt der Social Media jenseits von Facebook, Youtube, Twitter & Co.

Dass unser Social Media Explorer vielfältig interessiert ist und über ein gesundes Maß an Dauerneugierde auf alles, was in der Welt von Social Media so kreucht und fleucht, verfügt, habt Ihr in den vergangenen Wochen sicher bemerkt. Wir hoffen, dass für Euch einige interessante und praktikable Plattformen und Tools dabei waren. In dieser Sommer-Woche knuddelt sich unser Explorer durch die facettenreiche Community Knuddels.de, rockt mit den überaus humorvollen Amerikanern von bandcamp.com und schaut online-affinen Muttis bei netmoms.de über die Schulter.

Knuddels.de

Von ätzend bis fetzend auf Knuddels.de…


Hinter dem putzigen Namen Knuddels.de, der auf den ersten Klick an die Grußformel einer virtuell-versierten 14-jährigen erinnern mag, verbirgt sich eine riesige Online-Community, die ihren über 2,4 Millionen Mitgliedern Entertainment vom Allerfeinsten verspricht. 1999 gegründet bietet Knuddels.de neben über tausend themensortierten Chatrooms auch Homepages, Foren und Fotogalerien, auf denen User sich dem kritischen Auge zahlreicher Knuddler aussetzen und andere auf einer Skala von ‘ätzend’ bis ‘fetzend’ bewerten könnten. Entscheidend sind dabei natürlich die inneren Werte. Ist klar, ne?  Um den Chattern auch die Möglichkeit zu einer realen Begegnung zu geben (bei ein paar gemeinsamen Bierchen kann man sich sicher auch den ein oder anderen fetzend trinken!) organisiert Knuddels.de bundesweit regelmäßig Chattertreffen und startete sogar eine eigene Eventserie – das ,Knuddels.de Nightlife‘ für alle, die „… einfach mal in die knuddelige Welt hineinschnuppern wollen“. Dass Knuddels.de Spaß macht unterstreichen auch die niedlichen Maskottchen, die die Community selbst als ,drollig dreinschauende Knuddels‘ beschreibt. Ein Schelm, wer dabei an colorierte, lachende Hundehaufen denkt… Fazit: Knuddels.de hat auf jeden Fall ein LOL verdient.

Bandcamp.com

Es war einmal im Bandcamp…


Spätestens seit der Kult-Verarsche ,American Pie‘ rund um eine hormongesteuerte Highschool Clique  ist der Begriff ,Bandcamp‘ den meisten bekannt. Dass sich hinter diesem Begriff auch eine große und auf den ersten Klick ziemlich geniale Musik Distributionsplattform verbirgt wahrscheinlich weniger. Dabei ist bandcamp.com ein Paradies für Künstler, die zwar mit ihrer Musik Erfolg haben wollen, aber ihren Idealismus noch nicht verloren haben. Nach kostenlosem Sign-Up haben Musiker die Möglichkeit, sich eine individuelle Page anzulegen, auf der sie ihre Songs teilen können. Dabei können sie selbst bestimmen, was in welcher Form bzw. Qualität kostenfrei angeboten wird und wofür der downloadende Musikliebhaber einen Obulus zu entrichten hat – dabei haben Fans vielfach die Möglichkeit, selbst einen Preis vorzuschlagen. Erworbene Titel können anschließend in viele Social Networks exportiert werden. Tolles Feature für die Künstler: Via Statistiken und einer Buzz-Funktion kann man einsehen, wie oft die eigenen Tracks gehört, welche übersprungen und an welchen virtuellen Orten auf die eigenen Werke verlinkt ist. Freunde des gepflegten Sarkasmus kommen bereits bei den FAQs auf ihre Kosten, unter denen sich die selbstironischen Amerikaner von Bandcamp.com funktionstechnisch selbst als ,fünfter, komplett verkorkster Beatle‘ bezeichnen. Bandcamp.com scheint für Musiker auf jeden Fall ein spannendes und vielversprechendes Tool zu sein.

Netmoms.de

Mutti ist dann mal chatten…


Informative Plaudertreffs auf dem Spielplatz waren gestern. Heute tauschen sich online-affine  Mütter und solche, die es werden wollen, auf netmoms.de aus. Dabei wird in geselliger virtueller Runde über alle Themen informiert und diskutiert, die Mütter bewegen. Von Tipps zu Schwangerschaft bis hin zu Dekorationsanregungen für den Kindergeburtstag ist auf netmoms.de thematisch so ziemlich alles vertreten, was man sich vorstellen kann. Ein Trend, der sich auch in der bunten Sponsorenschar von netmoms.de wiederspiegelt: so ist neben Milupa und Penaten auch NintendoDS unter den Geldgebern vertreten. Kinder werden ja schließlich auch mal groß. Geworben wird auf netmoms.de auf jeden Fall, was das Zeug hält. Wen das nicht stört, der kann sich in Zukunft vielleicht tatsächlich auf dem Spielplatz ganz dem Schaukeln des Nachwuchses widmen…

Sebastian Baumer schrieb am 29. Juni 2010 zuMicroblogging, News, Online Trends, Social Networks

Prismablick (4): Social Media Links und News der Woche

Trotz Fußball-WM: Die Social Media-Welt hat sich auch wieder ein Stück weiter gedreht. Hier wie immer die wichtigsten Geschichten und Links der letzten 14 Tage im kompakten Prismablick.

1. Die Causa CTRL-Verlust

Sturm im Blogosphärenglas: Michael Seemann (alias mspro) und sein Blog CTRL-Verlust kollidieren plötzlich mit der FAZ, innerhalb deren Blog-Projekt das Ganze erscheint. Die Geschichte in der Kurzfassung: Die FAZ nimmt einen Artikel wegen ungeklärter Bildrechte aus dem System, Seemann lädt den Artikel ohne Bilder neu hoch, daraufhin sperrt die FAZ das ganze Blog, was den Autor wiederum dazu verleitet, die Sache publik zu machen und damit eine Welle von empörten Reaktionen auszulösen, ohne dass genaue Einzelheiten bekannt sind. Ergebnis nach zwei Tagen: Eine Menge Artikel, Stellungnahmen und Gegenreden, bis am Ende nur Verlierer übrig blieben.

2. YouTube mit neuen Rekordzahlen für den Monat Mai

Schleichende Social Media-Revolution in Sachen Video? Die Zahlen, die comScore Video Metrix in der letzten Woche vorgelegt hat, beeindrucken jedenfalls: Im Monat Mai guckte der durchschnittliche YouTube-User um die 100 Videos. YouTube machte laut der Statistik im selben Zeitraum auch 43.1% aller Video-Views im Netz aus, mit viel Abstand gefolgt von Hulu.

3. Blogger mit und gegen Welt Kompakt

Und noch eine Geschichte um Blogs und Print: @weltkompakt hat mehrere Blogger angefragt, eine ganze Ausgabe zu in Eigenregie zu produzieren, die am 30. Juni erscheinen soll. Dass sich schnell Widerstand gegen die Aktion regen würde, war klar, vor allem nachdem Deef Pirmasens herausgefunden hatte, dass ursprünglich kein Honorar an die beteiligten Autoren aus dem Netz fließen sollte. Eine nachhaltigere Lösung als eine einzelne Ausgabe (etwa regelmäßig Kolumnen von Bloggern) wäre natürlich ein besserer Ansatz. Mehr Kritikpunkte und Lösungsansätze sammelt @svenwiesner unter obigem Link.

4. Apple, iPhone, iOS.

iOS 4 ist erschienen, das neue iPhone 4 auch erhältlich und Apple ist wieder überall eines der Hauptthemen. Wir haben zum Start des Betriebssystems, das auch für das iPhone 3G und 3G S erhältlich ist, die wichtigsten Funktionen der neuen Software auf unseren Mobiltelefonen angetestet und finden: Soweit alles gelungen, auch wenn es an einzelnen Stellen noch ein bisschen hakt. Das gilt übrigens auch für das zugehörige Gerät.

5. eBooks bleiben Nischenprodukt

Sind eBooks bereits ein Massenphänomen? Den Zahlen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zufolge ist eher das Gegenteil der Fall: So liegt der Anteil der verkauften elektronischen Bücher bei unter einem Prozent. Ob das iPad und sonstige neuere e-Reader diese Zahlen grundlegend ändern können, ist vorerst zu bezweifeln, zumindest dann, wenn sich die happigen Preisen, zu denen eBooks hierzulande angeboten werden, nicht ändern.

Bonus: Vernissage der Ausstellung IMAGINARIUM im @13stock.

Ein kleines Event war am Sonntag bei uns im Büro @13stock mitzuerleben: Julia Bührle-Nowikowa und Sebastian Baumer eröffneten ihre gemeinsame Ausstellung „IMAGINARIUM“ mit surrealen Bildwelten und Objektkunst. Daneben gab es reichlich Bier, Grillgut, die Möglichkeit, mitzuerleben, wie Deutschland die Engländer aus der WM kickte und vor allem reichliche Gelegenheit, auch selbst aktiv in Sachen Kunst zu werden. Die Ergebnisse können hier bewundert werden.

Sebastian Baumer schrieb am 14. Juni 2010 zuMicroblogging, News, Online Trends, Social Networks

Prismablick (3): Social Media Links und News der Woche

War was? Die letzten 14 Tage wie gewohnt im Prismablick:

1. Twitter, WM und Vuvuzela

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat auch Twitter fest im Griff. Eine eigens eingerichtete, offizielle Twitter-Seite zur WM darf da genau so wenig fehlen, wie diverse Accounts (zb. der von Twittkickers) rund um das Event und die Option, über Hashtags kleine Fähnchen der Nationen in seine Tweets zu integrieren. Einen großartigen interaktiven Spielplan haben wir derweilen hier ausgegraben. Der nervigste Part der ganzen WM ist außerdem inzwischen auch als App für iPhone und iPad zu bekommen, ein Filter gegen die Tröt-Geräusche der Vuvuzelas ist auch schon einsatzbereit.

2. Ministerpräsidenten beschließen das Kindernetz

Die deutsche Politik entfernt sich mit ihrer Internetgesetzgebung wieder einen Schritt mehr von jeder Realität: Sogar die großen Blätter erkennen das inzwischen, so betitelt auch Spiegel Online seinen Artikel zum beschlossenen Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStv) in Anlehnung an das auf Twitter geborene Wortspiel vom “Kindernet”. Die an Absurdität grenzenden Forderungen des Gesetzes lösen allerorten Kopfschütteln aus: Alterskennzeichnung und technische Barrieren für alle Internetangebote, die in irgendeiner Form die Jugend beeinträchtigen könnten oder alternativ nur spätabendliche “Öffnungszeiten”.

3. Apple Keynote: iOS4 und das neue iPhone 4

Richtig überraschend war nicht viel auf der in der letzten Woche stattgefundenen Apple-Keynote. Und dennoch: Das, was Steve Jobs präsentierte, wirkte mehr als nur solide: Das neue iPhone 4 glänzt mit einigen beeindruckenden neuen Features (u.a. HD-Video und ein Display mit 78% der Pixel des iPad), das fast gleichzeitig erscheinende Betriebssystem iOS4 (vollwertig auch mit dem 3G S benutzbar) kann endlich Multitasking und iBooks, das auch auf das iPhone kommt, bekommt einige bisher fehlende Funktionen nachgeliefert.

4. Twitter plant eigenen URL-Shortener und will Links in Zukunft anders zählen

Ist das der Anfang vom Ende der ganzen URL-Shortener, die sich rund um Twitter eingerichtet haben? Der Microbloggingdienst plant nach einem Bericht von Mashable, demnächst seinen eigenen Shortener t.co zu launchen. Als weiteres Feature sollen Links nicht mehr in der bisherigen Art in die 140 Zeichen eingerechnet werden, so dass man demnächst wohl etwas mehr Platz für Tweets hat, die mit Links versehen sind.

5. Zahlen zur Auswirkung des Like-Buttons auf Blog-Traffic

Ganze 50% Zuwachs für Blogs nur wegen des Like-Buttons? Diese beeindruckenden Zahlen veröffentlichte der Blog-Hoster Typepad gestern. Demnach sollen die User, die eben den Facebook-Button auf ihren Blogs installiert haben, einen deutlichen Zuwachs an Besuchern bemerkt haben. Ob das so einfach auch auf andere Angebote zu übertragen ist, ist sicher fraglich, aber die engere Vernetzung mit der Plattform, auf der sich die meisten User aufhalten, scheint zu funktionieren.

Bonus: Gadgetnight Hamburg

Nach dem (vorläufigen) Ende der Twittnite bekommt Hamburg ein neues Netz-Event: Am 1. Juli wird zum ersten Mal die von Sven Wiesner (@svenwiesner) und Martin Schumacher (@keineantwort) organisierte Gadgetnight stattfinden. Bei dem inzwischen bereits ausgebuchten Event (wer noch teilnehmen will, sollte ab und zu einen Blick auf die Teilnehmerliste auf Xing werfen, erfahrungsgemäß springen auch immer wieder Leute ab) soll es ganz um technische Spielzeuge aller Art gehen. Wir sind gespannt.

Wiebke Uhlenbroock schrieb am 7. Juni 2010 zuSocial Networks, Unkategorisiert

Social Media Explorer (3): Elitepartner, 123people und MindMeister

Die Welt der Social Media jenseits von Facebook, Youtube, Twitter & Co.


Dass die Welt der Social Media mindestens so bunt wie ein Kasten Wachsmalkreide ist, ist allerspätestens nach den ersten beiden Erkundungstouren unseres Explorers allen bekannt. Pünktlich zu Beginn der schönsten Zeit des Jahres ist auch der Social Media Explorer in Flirtlaune und knüpft sich die Singleplattform Elitepartner vor. Außerdem nimmt er für Euch diese Woche den Suchdienst 123people und das Kollaborationstool Mindmeister unter die Lupe.

Elitepartner

Liebe ist kein Zufall…

… verspricht Elitepartner. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Netzwerk für einsame Akademiker-Herzen ganz sicher nicht – beschreibt sich der Testsieger (getestet.de) doch als „Kontaktplattform für Akademiker & Singles mit Niveau“. Partnersuche nach Kastensystem? Sieht so aus: das Klientel von Elitepartner ist gebildet und bestrebt bei der Partnersuche unter ihresgleichen zu bleiben. Die mit dem TÜV-Siegel ausgezeichnete Online-Partnervermittlung geht dabei sehr systematisch und sorgfältig vor, um die elitären Alleinstehenden vom Proletariat der einsamen Herzen abzuschirmen. Singles füllen zunächst einen Persönlichkeitstest aus, auf Basis dessen ihnen entsprechend adäquate Partnervorschläge offeriert werden. Basierend auf den so genannten Matching-Points, die sich aus den Übereinstimmungen der Antworten ergeben, wird dann der niveauvolle Pool generiert, aus dem die Partnervorschläge stammen. Das Verhältnis zwischen Frauen und Männern auf der nach eigenen Angaben über zwei Millionen Mitglieder starken Plattform ist mit 53 versus 47 Prozent relativ ausgeglichen. Elitepartner verspricht, jedes der Profile auf Qualität und Seriosität hin zu überprüfen, um so die höchstmögliche „Trefferquote“ für seine User zu gewährleisten. Bei aller Sorgfalt und Siebtechnik ist unklar, ob das Prinzip ‘Gleich und Gleich gesellt sich gern’ tatsächlich Garant für eine glückliche Partnerschaft ist oder ob mit ‘zuviel des Gleichen’ oftmals vielleicht gerade jenes hoffnungsvolle Prickeln untergraben wird, das entsteht, wenn sich die berühmten Gegensätze anziehen. Da kann man sich durchaus fragen, ob das Geld (im Schnitt €37/Monat) in manchen Fällen nicht besser in einer Monatsmitgliedschaft im hiesigen Fitnessclub angelegt wäre. Wo mitunter auch der promovierte Biologe mal mit der Bäckereifachverkäuferin Seite an Seite ins Glück strampeln kann…

123people

3, 2, 1 … Transparenz ist meins!

Schon mal den eigenen Namen gegoogelt? Dann ist Euch die Personensuchmaschine 123people sicher kein Fremdwort. Der Suchdienst versteht sich als Informationen-Bündler. Auf einen Klick bekommt der User so eine detaillierte Übersicht über alle Online-Präsenzen des Suchobjektes. Öffentliche Daten, Telefonnummern, Adressen, Bilder, Videos und Emailadressen – Transparenz ist Trumph. Problematisch: 123people kann nicht zwischen Bildern der jeweilig gesuchten Person unterscheiden, sondern zeigt unter entsprechender Kategorie zum Teil willkürliche Fotos an, die mit dem Suchobjekt in einem virtuellen Zusammenhang stehen – und sei er noch so entfernt. Dies kann durchaus verwirrend sein. Auch Email-Adressen gehören nicht zwangsläufig zur gesuchten Person. Fazit: als Überblick scheint 123people ganz gut geeignet, ist als verlässlicher Suchdienst allerdings eher zweifelhaft.

MindMeister

Brainstorming goes Web 2.0


„Brainstorming in Echtzeit“ verspricht die Kollaborationsplattform MindMeister. Die Plattform setzt dabei auf das so genannte Mind Mapping als populäre Technik zur Ideensammlung und Projektplanung. Eine Mindmap muss man sich in etwa als digitale Version eines vollgekritzelten Whiteboards vorstellen – dabei kann nach Belieben strukturiert werden und den einzelnen Stichpunkten vielfältige Attachments wie Notes, Links und Bilder hinzugefügt werden. Den mit dem Innovation-Award 2008 ausgezeichneten Service gibt es in fünf verschiedenen Editionen – von der Gratis-Mitgliedschaft bis zur Version „Enterprise“ ist für jede Bedürfnislage etwas dabei. Nützlich: MindMeister ist auch als mobile App erhältlich und die Maps können sowohl im Online- als auch im Offlinemodus bearbeitet werden. Unser Fazit: als digitaler Ideenstrukturierer zur Unterstützung von Teamarbeit ist MindMeister eine durchaus interessante Ergänzung.

Sebastian Baumer schrieb am 31. Mai 2010 zuMicroblogging, News, Online Trends, Social Networks

Prismablick (3): Social Media News und Links der Woche

Montags kurz mal umdrehen und innehalten: Der Prismablick mit den Social Media- und Netzwelt-Links, News und Artikeln der vergangenen Woche.

1. Neue Privacy-Funktionen bei Facebook

Es ist ganz sicher nicht Ilse Aigners Verdienst, dass Mark Zuckerberg in Sachen Privacy bei Facebook zurückrudert: Nachdem es die sich mehr und mehr in Richtung „Public by Default“ bewegende Plattform mit eben der Debatte sogar auf das Cover des Time Magazine geschafft hat, lenkt Facebook ein und implementiert flugs ein paar Vereinfachungen: Mit nur ein paar Klicks kann der Nutzer seine Einstellung kontrollieren und entscheiden, was er mit wem teilt. Konnte man vorher zwar schon, aber jetzt findet auch Otto Normaluser die richtigen Knöpfchen.

2. Google TV angekündigt

Der Suchmaschinengigant expandiert weiter: Nun soll auch das klassische Fernsehen in die Hände von Google kommen. Anfang der letzte Woche stellte man das passende Konzept vor: Google TV soll das Web, zeitversetztes Gucken von Inhalten und die beliebtesten Video-Plattformen nahtlos mit dem gewöhnlichen Fernsehen verschmelzen und so den Spaß bei der Nutzung des großen Fernsehschirms mit dem Komfort bei Netzvideos zusammenführen. Man darf gespannt sein.

3. Apples iPad erreicht Deutschland

In aller Munde bzw. Hände ist seit diesem Freitag Apples neues Wundergadget iPad (zumindest bei denjenigen, die es schnell genug in die Läden geschafft haben um eines der wenigen ausgelieferten Geräte zu ergattern). Artikel zur besten Social Media-Strategie und zu den spannendsten Apps gibt es inzwischen zuhauf. Und sogar Katzen nutzen das Gerät bereits zum Spielen und Musizieren.

4. BVDW: Social Media-Werbung wird 2010 weiter zunehmen

Die Umfrage „Trend in Prozent“ des Bundesverbands der digitalen Wirtschaft zeigt, dass ganze 80% aller befragten Unternehmen eine auch in diesem Jahr nach oben zeigende Kurve bei ihren Marketings-Budgets im Bereich Social Media beobachten. Wir wollen hoffen, dass man statt „Werbung“ das Geld doch eher in innovative Marketing-Konzepte steckt, die auch Mehrwert für den User haben.

5. Unternehmen in Deutschland fehlen gute Social Media-Konzepte

Passend zum vorherigen Link: In einem sehr interessanten Artikel auf Carta geht Florian Paulus Meyer nicht nur anhand des aktuellen Cases BP der Frage nach, was diverse Firmen eigentlich in den Social Media so treiben und kommt zu dem Schluss, dass die Wirtschaft weiter an zentral gesteuerter Kommunikation festhält und hauptsächlich aus Prestige- und Imagegründen dort ihre Accounts unterhalten.

Bonus: Flowr @13stock

Nachdem wir in der letzten Ausgabe des Social Media Explorer hier über das Kollaborationstool berichteten, kamen wir relativ bald auf den Gedanken, das Tool testweise für einige unserer eigenen Projekte zu nutzen. Und sind bisher sehr zufrieden damit: Flowr wirkt nicht nur in Sachen Handling wie eine Mischung aus Facebook und Twitter, es ist intuitiv zu bedienen und erleichtert in bestimmten Bereichen die interne Kommunikation enorm.