Archiv für die Kategorie „News“

Sebastian Baumer schrieb am 26. Mai 2010 zuEvents, News

Leinen Los für Social Media: ALDEBARAN und der 13. Stock schließen Kooperation.

Die in Hamburg ansässige ALDEBARAN Marine Research & Broadcast als Crossmedia Agentur für Wissenschaft und Me(e)hr schlägt seit bereits fast 20 Jahren mit ihrem gleichnamigen Forschungsschiff die Brücke zwischen Umweltschutz, Forschung und Medien und wird in Zukunft auch direkt zu den Usern segeln und in die Welt der Social Media eintauchen.

Als Kooperationspartner für den aktiven Dialog und die Zusammenarbeit mit der Netzcommunity wird der 13. Stock ALDEBARAN ab sofort in allen geplanten Aktivitäten und Projekten im Bereich Social Media unterstützen. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit einem Partner, dessen Tätigkeit uns auch persönlich am Herzen liegt – schließlich ist uns Nachhaltigkeit (und dazu gehört definitiv die angewandte Umweltforschung im Bereich Meereswissenschaften) in jeder Hinsicht ein zentrales Anliegen.

Meereswettbewerb 2010

Eines der bereits laufenden Projekte der ALDEBARAN ist der Jubiläums-Meereswettbewerb 2010 „Forschen auf See“, der Schülerteams und Klassen aus Hamburg und Niedersachsen die Möglichkeit bietet, ihre eigenen Projekte an Bord des Forschungs- und Medienschiffes durchzuführen und der noch bis zum 8. Juni verlängert wird. Der Wettbewerb in diesem Jahr steht dabei ganz im Zeichen des „Internationalen Jahres der Biodiversität“.

Die ALDEBARAN Marine Research & Broadcast ist bislang im Netz unter aldebaran.org zu finden, demnächst aber auch auf den gängigen Plattformen und Kanälen.

Sebastian Baumer schrieb am 20. Mai 2010 zuNews, Online Trends, Social Networks

Wer checkt wen ein?

Neue Mitspieler und Entwicklungen bei den Location-based Networks

Kein Zweifel mehr: „Location is the missing link“, wie es Techcrunch schon Ende des letzten Jahres formulierte. Das fehlende Glied in der Kette zwischen echtem Leben und Online-Identität. Und immer mehr Dienste bemühen sich darum, diese Lücke zu schließen: SimpleGeo, ein Start-Up, das sich ausschließlich darum kümmert, Entwicklern zu helfen, Location-Features in ihre jeweiligen Applikationen zu integrieren, hat vor einigen Tagen mehr als 8 Millionen Dollar an neuen Finanzspritzen von verschiedenen Investoren erhalten. Das Location-based Network Foursquare und dessen schärfster Konkurrent Gowalla gehören schon seit längerer Zeit zu den Anwärtern auf den Titel der angesagtesten und am schnellsten wachsenden neueren Web-Anwendungen und sind wohl längst nicht am oberen Ende ihrer Reichweite angekommen, denn das vorhergesagte Wachstum auf dem Smartphone-Markt ist gleichermaßen beeindruckend. Und eine ganze Reihe neuer und alter Kandidaten würde ebenfalls gerne mitmischen im Konkurrenzkampf darum, welchen der Dienste die User benutzen, wenn sie sich an realen Orten einchecken.

Sonderweg oder Verirrung?

Eigentlich war es angesichts dieser Ausgangslage nur noch eine Frage der Zeit, bis auch ein deutscher Klon der Location-Dienste auftauchen würde: Friendticker heißt das kürzlich gestartete mobile Netzwerk, das sich mit dem früheren StudiVZ-Chef Markus Berger-de León einen in der Netzwelt bekannten Investoren gesichert hat. Die Grundfeatures des Dienstes ähneln denen der amerikanischen Konkurrenten, im Gegensatz zu diesen startet Friendticker allerdings direkt mit diversen Kooperationen (ein Punkt, den Foursquare und Gowalla auf dem internationalen Markt leider etwas verschlafen haben, auch wenn nach und nach die ersten Partnerschaften und Experimente in Gang kommen), so dass statt virtueller Goodies und rein ideeler Kämpfe um die Mayorschaft an einem Ort handfestere Dinge durch das Sammeln von „Items“ zu erhalten sind. Dass es sich bei diesen derzeit leider vor allem um Download-Gutscheine (deutlich an der Grenze zur Peinlichkeit ist dabei beispielsweise das „Digital Boheme-Item“ für fünf Check-Ins im St. Oberholz in Berlin, für das man eine kostenlose iPhone-App von Red Bull herunterladen „darf“), relativ geringe Rabatte für Einkäufe und Ähnliches handelt, scheint die wachsende Userschaft vorerst nicht zu stören. Ob man damit allerdings wirklich auch langfristig eine Chance im Kampf um Check-Ins hat, bleibt doch eher fraglich. Besonders innovativ gibt sich Friendticker jedenfalls nicht.

Der unbekannte Bekannte

Möglicherweise geht der internationale Kampf um die mobilen Netzwerker aber auch sehr bald erst richtig los, denn ein neuer, sehr gewichtiger Mitspieler in der Kategorie des Location-Networking steht kurz vor dem Start seines Dienstes: Facebook. Bereits mehrfach wurde eine derartige Erweiterung der Social Plattform angekündigt, in den nächsten Wochen wird sie allem Anschein nach freigeschaltet werden. Aus Sicht von Facebook ist ein derartiges Feature der nächste logische Schritt, der auf Public Pages, die Umstellung auf einen Stream, die Reduzierung desselben auf einen News-Feed zur Filterung des Lärms, die kürzlich hinzugefügten, Wikipedia-artigen Community-Pages und schließlich den global einsetzbaren Like-Button folgt: Erneut wird ein Dienst, der sich anderswo als sehr erfolgreich erwiesen hat, in das eigene Angebot integriert. Die Facebook-App, erhältlich für alle Arten von Mobiltelefonen, dürfte sowieso eine der weit verbreitesten Apps überhaupt sein – was also liegt aus Sicht von Mark Zuckerberg näher, als in dieselbe gleich jene Funktionen zu integrieren, für die die User sonst eine weitere Anwendung nutzen müssten?

Und Twitter?

Und was tut Twitter? War da nicht was mit Geotagging von Tweets a la Google Buzz? Die Geotagging API des Microblogging-Anbieters ist zwar bereits seit einiger Zeit verfügbar, konnte aber bisher nur über Zusatzapplikationen genutzt werden. Twitter selbst bot bis gestern noch nicht die Möglichkeit, Tweets von einem bestimmtem Ort zu versenden und mit Geokoordinaten zu versehen. Mit der neuen, schlicht „Twitter“ getauften, offiziellen Anwendung (eine Weiterentwicklung des kürzlich aufgekauften Dienstes Tweetie), die seit gestern in Apples App-Store erhältlich ist, hat sich das geändert: Bereits beim Absetzen des Tweets kann, wenn der Account entsprechend konfiguriert ist, der Standort eingebettet werden, was durch das Symbol einer roten Nadel in der Timeline der App angezeigt wird. Beim Klick auf den Tweet erscheint unterhalb desselben dann eine implementierte Google Map mit dem genauen Ort, von dem aus die Kurznachricht gepostet wurde.

Die Frage in der nächsten Zeit dürfte damit nicht mehr lauten, wer denn wo eingecheckt hat, sondern vielmehr womit. Die Möglichkeiten werden deutlich vielfältiger.

Sebastian Baumer schrieb am 17. Mai 2010 zuNews

Prismablick (2): Social Media Links und News der Woche

Neue Woche, neue Rückschau: Der Prismablick mit den Social Media- und Netzwelt-Links, News und Artikeln der vergangenen Woche.

1. Social Media Revolution 2 – Socialnomics mit neuen Zahlen

Auf der Basis des Buches „Socialnomics“ von Erik Qualman erschien in dieser Woche eine aktualisierte Version des sehr häufig zitierten Social Media Revolution-Videos mit sehr beeindruckenden neuen Zahlen und Fakten rund um die Welt der Social Media, dem „biggest shift since the industrial revolution“.

2. #Next10 – „Game Changer“ in Berlin?



Zum ersten Mal in Berlin statt Hamburg fand die Business-Netzkonferenz Next unter dem Motto „Game Changer“ statt. Ein ziemlich vernichtendes Fazit zur Veranstaltung zog im Anschluss Thomas Knüwer auf seinem Blog Indiskretion Ehrensache, Felix Schwenzel hat Kritik und konstruktive Anmerkungen auf wirres.net festgehalten.

3. Jeff Jarvis – „Confusing A Public With THE Public“

Während die Diskussion um Facebook und Privatspähre weite Kreise zog, einige sogar den Quit Facebook-Day ausriefen und manche erklärten, warum sie ihren Account lieber behalten, blieb einer ganz sachlich: Jeff Jarvis zeigte recht eindrucksvoll, was das eigentliche Problem an der Sache ist und was Facebook nicht begreift: „Sharing is not publishing“.

4. Der DENIC-Fail und das kurzzeitige Ende des deutschen Internets

Am Mittwoch war es soweit: Nur noch Chuck Norris war in der Lage, einen großen Teil der .de-Domains aufzurufen, die meisten anderen bekamen einen Vorgeschmack darauf, wie sich Netzsperren tatsächlich anfühlen könnten: Ein Problem mit den Nameservern der DENIC sorgte dafür, dass es für Stunden so schien, als ob sämtliche deutschen Seiten im Nichts verschwunden wären.

5. Twitter-Follow-Bug und Business-Center

Und ein zweiter großer Fail der Woche: Nachdem am Montag bekannt wurde, dass man für einige Zeit mit dem einfachen „Accept [Name]“-Befehl jedermann dazu zwingen konnte, dem eigenen Account zu folgen, setzte Twitter kurzzeitig alle Accounts zurück auf 0 Followings und 0 Follower. Ein paar wirklich wichtige Neuigkeiten gab es aber bei dem Microblogging-Giganten auch zu vermelden: Das neue Business-Center für Unternehmensaccounts startete in dieser Woche in die Beta-Phase.

Bonus: Die Grillparty @13stock

Außerdem in dieser Woche: Die Follower- und Fan-Grillparty des 13. Stock. Einige Bilder von dem Event gibt es inzwischen auf unserer Facebook-Page zu finden, es werden hoffentlich im Laufe der Woche noch mehr. Auf diesem Wege auch hier noch einmal Danke an die vielen Gäste, die im Verlauf des Abends vorbeiguckten.

Sebastian Baumer schrieb am 10. Mai 2010 zuMicroblogging, News, Online Trends, Social Networks

Prismablick (1): Social Media Links und News der Woche

Ab heute neu und immer wöchentlich: Der Prismablick mit den Social Media- und Netzwelt-Links, News und Artikeln der vergangenen Woche.

1. Google im neuen Look: A Spring Metamorphosis

Alles neu macht der Mai: Google relauncht die Suchergebnissseite und ergänzt sie mit einer kontextbezogenen Navigationsleiste auf der linken Seite, die die bereits vorhandenen Features zur Verfeinerung der Suchergebnisse, wie etwa die Blogsuche, deutlicher in den Fokus rückt.

2. Embeddable Tweets

Nach längerer Innovationslosigkeit führt auch Twitter eine neue Funktion ein: Musste man bisher einen Screenshot machen, um einen Tweet in einem Blogpost oder auf einer Webseite zu zitieren, so bietet Twitter neuerdings die Funktion, einzelne Tweets einzubetten. Leider ist das allerdings (noch) nicht mit einem Klick zu bewerkstelligen

3. „Abschied vom Besten“

Katrin Passig schreibt in einem sehr lesenswerten Artikel über Filter- und Suchfunktionen im Netz, die mehr und mehr von den alten automatisierten Suchroutinen zu kollaborativen Systemen der Filterung von Content werden. Als vorbildliches Beispiel dient dabei das nicht auf wechselseitige Beziehungen ausgelegte Twitter.

4. The Evolution Of Privacy On Facebook

Eine der besten Infografiken seit längerer Zeit, die auch die härtesten Datenschutzwahnskeptiker kurz ins Grübeln bringt: Matt McKeon zeigt eindrucksvoll und interaktiv, wie die Plattform Facebook in den letzten 5 Jahren nach und nach den Content seiner User per Default immer mehr in Richtung „public“ verschiebt.

5. Neues Datenleck bei SchuelerVZ

Eine neue Runde zum Thema Datensicherheit in den VZ-Netzwerken: Wieder hat ein Student mit einem selbstprogrammierten Crawler automatisiert Profile ausgelesen. In dem Fall, der über Netzpolitik in der letzten Woche bekannt wurde, sogar ganze 30% aller Nutzerdaten auf SchuelerVZ.

Bonus: Der unaufhaltsame Aufstieg des Social Networks FORMsquare

In einer treffenden wie unterhaltsamen Satire beschreibt Sascha Lobo den archetypischen Weg eines fiktiven Social Media-Dienstes im deutschen Netz. Inzwischen existieren natürlich auch Facebook-Seiten, entsprechende Gruppen und ein Twitter-Account für das nicht existente FORMsquare. Klar, oder?

13. Stock schrieb am 30. April 2010 zuEvents, News, Recommended Reading

Im Wald ist man nicht verabredet. Beim WanderCamp ist das anders.

Vor gut drei Wochen haben wir gemeinsam mit Anne Grabs und Mike Schnoor den Startschuss zum WanderCamp gegeben.

Diese drei Wochen haben wir genutzt und uns im Team Gedanken gemacht, wie wir den wertvollen Input aus euren Beiträgen von der WanderCamp Facebookseite aufnehmen und nutzen können. Heute schreiben wir das erste Mal öffentlich über Konzept & Idee, Zielgruppe, mögliche Themen und Sponsoring.

Konzept & Idee

Im Rahmen des Barcamps zum IHSK in Köln im März 2010 wurde von einigen Teilnehmern die Idee eines WanderCamps angestoßen. Unsere Gesellschaft, geprägt von Flexibilität und digitalem Nomadentum lässt die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem immer mehr verschwimmen. “Always on” ist zum Leitmotiv einer Generation mit Smartphone und Notebook im Handgepäck geworden, was auch zu einem Verlust von Rückzugsräumen und einer grundlegenden Beschleunigung des uns ständig umgebenden Informationsflusses führt.

Das WanderCamp greift diese Entwicklung auf und rückt die Schlagworte “Entschleunigung und Nachhaltigkeit” in den Mittelpunkt. Damit stellt sich uns die Frage, welche Elemente des analogen Daseins es wieder zu entdecken und in unseren digitalen Alltag zu integrieren lohnt.

“Die Netzgemeinde sei erwachsen geworden und beginne nun, abseits der Phänomene im Web Methoden, Umgang mit den und Ziele der modernen Medien zu reflektieren”, hieß es nach der re:publica 2010. Wir gehen einen Schritt weiter und nehmen diese Überlegungen mit uns in ein Umfeld, welches von sich aus geeignet ist, die Teilnehmer zu einer Synthese aus Nachhaltigkeit und Entschleunigung im Zusammenspiel mit modernen Medien und Technologien zu führen. Ein weiteres Ziel ist, die Frage zu klären, wie sich Gemeinschaft in Social Communities manifestiert und ob diese auch offline erlebt werden kann.

Im Wald ist man nicht verabredet – beim WanderCamp schon.

Wir sind von der Idee begeistert, ein Wochenende lang den Rest der digitalen Welt hinter uns zu lassen und dennoch aktiven und persönlichen Wissensaustausch beim Wandern zu betreiben.

Kurz: Worum geht es?

Wir planen ein Wochenende im Sinne der Netzkultur – an der frischen Luft, ausgestattet mit Wanderstiefeln, wetterfester Kleidung, Rucksack und einem intensiven Wissensaustausch von morgens bis abends. Ein Medienzölibat ist dennoch nicht vorgesehen!

Mögliche Themen

Wir geben keinen thematischen Rahmen vor, können uns aber sehr gut vorstellen, uns mit Inhalten wie Geocaching, Wandern mit GPS-Unterstützung, Naturfotografie und Flucht vor der Informationsflut zu beschäftigen. Da wir das WanderCamp im Sinne der BarCamp-Bewegung konzipieren, setzen wir auf aktive Beteiligung und bitten euch, eure Vorschläge über die üblichen Social Media Kanäle (Twitter, facebook) an das WanderCamp Orga-Team zu richten.

Die Zielgruppe

Das WanderCamp ist gewissermaßen der Versuch, sich auf ein BarCamp in der freien Natur einzulassen. Was passiert, wenn wir offline gehen? Da wir aufgrund der möglichen Locations keine durchgehende Netzabdeckung gewährleisten können, richtet sich das WanderCamp an Menschen, die über eine hohe Affinität zu digitalen Themen und/oder über eine Leidenschaft fürs Wandern verfügen. Der Benefit dieser Veranstaltung ist ein intensiver Austausch, der nicht nur in einer Pause, sondern beim gemeinsamen Erleben von Natur stattfindet und sich mitunter nicht in eine Powerpointpräsentation pressen lässt.

Die Teilnehmerzahlen können je nach Region und Unterkünften begrenzt sein. Rechtzeitige Anmeldung wird empfohlen.

Sponsoring

Sponsoren bietet das WanderCamp die Möglichkeit, Menschen mit hoher Reichweite und einem Bezug zu ihren Produkten zu begeistern. Unternehmen, welche einen ökologischen und nachhaltigen Schwerpunkt kommunizieren möchten, haben so die Chance, ihre Zielgruppe direkt anzusprechen.

Beispielsweise können Outdoor-Ausrüster die Teilnehmer des WanderCamps sprichwörtlich mit ihren Produkten branden und profitieren so vom positiven Feedback und der hohen Reichweite der Berichterstattung in Blogs, Communities und auf Social Networking Plattformen sowie den klassischen Medien.

Bereits in dieser frühen Phase konnte die Idee des WanderCamps etliche hundert Personen und diverse Tourismus-/Branchenverbände begeistern.

Zur Realisierung des WanderCamps sind Finanz- und Sachmittel wünschenswert. Detaillierte Sponsoringpakete werden in den nächsten Tagen vorgestellt.

Fragen und Anregungen

Für Feedback zum WanderCamp, weitere Ideen und Vorschläge nutzen wir die Community auf Facebook und Twitter. Für konkrete Anfragen, Hilfs- und Sponsorenangebote sowie Presseanfragen steht zur Verfügung:
Oliver Berger, Telefon 040 – 9707 8486, oliver.berger [at] 13stock.de

Sebastian Baumer schrieb am 13. April 2010 zuBusiness 2.0, Microblogging, News

Twitter, Monetarisierung und klassische Werbung

Mehr als vier Jahre hat es gedauert, bis Twitter endlich ein in harten Dollars messbares Geschäftsmodell gefunden hat: Bereits am heutigen Dienstag startet die Ad Plattform, die in Zukunft zunächst “Sponsored Tweets” über den Suchergebnissen zu jeweils passenden Keywords platzieren wird, später soll das Ganze auch im Stream auf der Hauptpage passieren und für Anwendungen wie Hootsuite verfügbar werden, so dass die bezahlten Kurznachrichten auch in diesen Applikationen erscheinen werden. Die Meldung kommt zumindest etwas überraschend, da Biz Stone noch vor weniger als einem Jahr verkündete, dass “Tools, not Ads” der beste Weg für Twitter wären, um endlich Geld zu verdienen, auch wenn er diese Aussage später zumindest abschwächte. Die Idee der bezahlten Premium Accounts mit Extra-Funktionen für zahlende User muss damit aber nicht zwangsläufig aus dem Rennen sein: Das kürzlich vorgestellte Contributors-Feature für Unternehmen etwa könnte sich in eine derartige Richtung entwickeln, auch der Kauf des zumindest bisher nicht kostenlosen Twitter-Clients Tweetie deutet an, dass Twitter auch in dieser Richtung weiterdenkt.

Zum Start der neuen Werbeform sind unter anderem Virgin America, Bravo und Starbucks unter den Unternehmen, die mit bezahlten Tweets aus dem Lärm der vielen Zwitscherer herausstechen wollen. Glaubt man dem bisher einzigen veröffentlichten Screenshot, so sind die entsprechenden Kurzmeldungen, die sich ansonsten wie ganz normale Tweets verhalten sollen, zumindest sichtbar als Werbung (“Promoted By Starbucks Coffee”) gekennzeichnet:

Die große “Multi-Billion-Dollar-Frage”, die dabei im Raum steht, stellt als einziger Mediendienst der amerikanische Social Media-Newsriese Mashable: “Will Users Click On Twitter Ads?” Eine skeptische Sichtweise auf die neuen Pläne von Twitter ist durchaus in jeder Hinsicht berechtigt, steht der Microblogging-Dienst doch wie kein anderes Unternehmen für moderne Formen des Marketings, Word Of Mouth und usergenerierten Content. Ob die im Grunde uralte Anzeigen-Methode in diesem Kontext tatsächlich funktioniert und von den Usern auch entsprechend angenommen wird, bleibt insofern tatsächlich mehr als nur ein bisschen fraglich. Starbucks jedenfalls hat auf dem eigenen Twitter-Account bereits vor dem Start des Programms mit entsprechenden Anfragen von Usern zu tun, die bei “Sponsored Tweets” eher an Spam zu denken scheinen:

Zumindest hat auch Twitter im Vorfeld einige Überlegungen dazu angestellt, wie man die User so wenig wie möglich mit sinnlosen Botschaften belästigen kann: So sollen laut basicthinking nur diejenigen Werbetweets im System bleiben, die auch entsprechende Klicks und damit Resonanz von den Usern bekommen, die weniger “hilfreichen” werden entfernt und dem Kunden nicht in Rechnung gestellt. Bleibt damit am Ende nur bezahlte Werbung übrig, die tatsächlich “nützlich” ist? Man wird abwarten müssen, wie sich die Sache entwickelt.