Archiv für die Kategorie „Events“

Moritz Avenarius schrieb am 7. März 2014 zuEvents, News

Besuchen Sie uns auf der CeBIT 2014

In der Halle 6 auf der Social Business Arena analysieren wir gerne Ihre individuellen Check-up Ergebnisse. Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung, um Social Business effektiv in Ihrer Organisation zu nutzen.

Wir freuen uns auf Sie!

Moritz Avenarius schrieb am 7. März 2014 zuEnterprise 2.0, Events, News, Tools

Leben Sie schon Enterprise2.0?

Finden Sie es einfach selbst heraus. Mit unserem kostenfreien Social Business Check-up.

Klicken Sie einfach auf den folgenden Link – und los geht’s, Dauer ca. 5min.

Der Social Business Check-up

Moritz Avenarius schrieb am 7. März 2014 zuEnterprise 2.0, Events, News, Tools, Unkategorisiert

Wie intensiv nutzen Sie heute schon Social Software für Ihren Unternehmenserfolg?

Die Social Media sind eine gesellschaftliche Entwicklung, keine Erfindung. Längst sind sie elementarer Teil unseres Lebens geworden. Diese Mechanismen können Sie auch innerhalb Ihres Unternehmens gewinnbringend nutzen. Denn effizientere Arbeitsabläufe dank Social Software führen zu höherer Produktivität.

Beispiele:

  • Individuelle Newsfeeds dämmen die täglichen E-Mail-Flut der Mitarbeiter ein
  • Kollaborative Dokumentenbearbeitung beschleunigt Vor- und Nachbereitung von Meetings und machte diese effizienter und kürzer
  • Intelligent vernetzte interne Daten erleichtern das Auffinden relevanter InhalteDann kommen Sie mit uns ins Gespräch! 

Sebastian Baumer schrieb am 9. Mai 2012 zuEvents

Mitten im Mainstream – Die re:publica 2012

Ein kleiner Rückblick auf die re:publica 2012: Auch wenn der Veranstaltungsort, die Station Berlin, auf Twitter viel Zustimmung erntete, war ich selbst doch nicht auf Anhieb überzeugt. Die familiäre Atmosphäre des Friedrichstadtpalastes und der Kalkscheune, sowie der Standort mitten in Berlin waren für mich doch immer ein wichtiger Bestandteil der größten deutschen Netzkonferenz. Das neue Gelände mit seinen (Sponsoren- und Info-)Ständen in der Haupthalle rief bei mir doch eher IT-Messe- und Lagerhallen-Assoziationen hervor, auch wenn mir im Verlauf der Veranstaltung klar wurde, dass der Umzug wohl einfach sein musste, um die Veranstaltung konzeptuell weiterzuentwickeln: Mehr Platz, dadurch deutlich weniger Überfüllung, schneller Wechsel zwischen den Sessions – am neuen Veranstaltungsort alles kein Problem, kein wildes Gedränge in engen Hinterhöfen, um in einer der Geheimtippveranstaltungen doch noch einen Platz zu ergattern. Und da im direkten Umkreis nicht allzuviele gastronomische Ausweichmöglichkeiten sind, blieb auch beim Abendprogramm ein großer Teil der Gäste im Außenbereich der Station mit re:fill-Bar und die Runde zersplitterte sich nicht auf verschiedene Orte, wie es bisher immer der Fall war. Die übliche Frage: “Auf welche Party gehst Du heute Abend und mit wem?” war damit eher hinfällig.

Die Qualität des Programms war dabei 2012 völlig subjektiv betrachtet um einiges höher als in den letzten Jahren, aber vielleicht lag das auch nur an einem glücklichen Händchen bei der Auswahl aus dem breiteren Angebot mit jeweils sieben verschiedene Tracks, die parallel liefen und die in verschiedene Schwierigkeitsstufen unterteilt wurden. Andere Stimmen wollen ähnlich schwache Vorträge wie in den letzten Jahren beobachtet haben (vor allem bei den üblichen Verdächtigen, die im Grunde jedes Jahr den gleichen alten Quark erzählen und um sich selbst kreisen).

Für mich besonders sehenswert am Ersten Tag: “Make Love Not Porn” von Cindy Gallop, die mit ihrem Projekt über die Unterschiede zwischen Pornographie und echtem Sex aufklären und damit jüngeren Menschen, die quasi von Pornographie im Netz sexuell sozialisiert wurden, zeigen möchte, wie konstruiert dieses Bild von Sexualität zum größten Teil ist. Sehr spannend im Anschluss die internationale Session “Twittern aus dem All für die digitale Öffentlichkeitsarbeit” mit echten Astronauten von verschiedenen Raumfahrorganisationen, die über ihre Erfahrung mit Social Media berichten. Leider blieb der Saal halbleer. Stattdessen laut Berichten komplett gefüllt: Deutsches Blogosphären-Bashing, das zwar am Ende auf das Fazit kommt, dass in der Szene mehr an einem Strang gezogen werden muss, aber dennoch nicht müde wird, zu erklären, wie weit die Amerikaner uns doch angeblich vorraus sind (vor allem in Sachen “Reichweite”). Nun ja. Sehr gerne gesehen (aber leider verpasst) hätte ich außerdem Kixka Nebraska mit “About Me – die digitale Fassade” über Identitätskonstruktion im Netz, die im letzten Jahr einen überraschend guten Vortrag hielt und laut mehreren Berichten auch in diesem Jahr wieder ein Highlight des Programms bot. Unvermeidlich und wie immer sehr unterhaltsam im Anschluss: Sascha Lobo, der sich in Anlehnung an The Oatmeal in seinem “Überraschungsvortrag” (Video bei Spiegel Online) dem Zustand des Internets 2012 annahm, zu Recht diverse hippe und weniger hippe Apps und Social Networks (Instagram, Pinterest, Google+) für völlig irrelevant erklärte und die langsame Ankunft von Netzthemen im Mainstream attestierte – nicht zuletzt auch am Beispiel der Piraten.

Tag Zwei: Meine persönlich größte Enttäuschung der #rp12: Das Panel “Übermorgen TV” mit u.a. @sixtus, @MrsBunz und @ChristophKappes, das als Diskussionsrunde zu ein paar in Zukunft vermeintlich wichtigen Themen im Netz angelegt und mit sehr guten Videoeinspielern aus der gleichnamigen Serie als Themenaufhänger unterlegt war. Leider wirkten alle auf der Bühne sitzenden Personen völlig unvorbereitet, hatten wenig bis gar nichts zu den Themen zu sagen und auch das Publikum wollte nicht den Lückenfüller spielen. Irgendwann: Saalflucht. Deutlich interessanter im Anschluss: Das leider wiederum nur sehr schlecht gut besuchte Panel “From Dissent to Disillusionment” zum arabischen Frühling auf der großen Bühne, Teil einer Reihe von politischen Sessions am Tag Zwei. Überhaupt ein Problem der re:publica (wie auch in den letzten Jahren): Die internationalen und zum Teil hochinteressanten Themen, die zu Recht aufgrund ihrer Relevanz der großen Bühne platziert werden, ziehen deutlich weniger Menschen an, als nerdige Selbstreferenz-Sessions – Foodblogs sind beim Publikum einfach populärer als Revolutionen. Ein echtes Highlight unter den Selbstbeleuchtersessions ist für mich hingegen “Blogger im Gespräch” mit Moderator Philip Banse über herausragende Blogprojekte aus dem letzten Jahr in Deutschland, in dem vor allem Raul Krauthausen und seine Idee der Wheelmap nachhaltig Eindruck hinterlassen. Am Abend noch eine überraschend gute Veranstaltung: “Poetry Spam” ersetzt die bisherige (und leider immer unsäglich unwitzige) Twitterlesung und zitiert aus Spam-Mails mit fast poetischer Qualität. Sehenswert.

Tag Drei: Das Problem, das Twitter zumindest in Teilen seiner Userschaft hat, könnte man nicht deutlicher ausdrücken, als es Katie Stanton, Head of International Strategy bei Twitter, mit ihrem eher belanglosen Vortrag “Twitter joining the Conversation” tut: Fernsehen, Sport und Politik (aber nur im Fernsehen und passiv) werden als die großen Use-Cases für den Microbloggingdienst präsentiert. Der einzige spannende Moment des Vortrags: Als jemand im Publikum fragt, was jetzt eigentlich mit Posterous passieren wird, das Twitter kürzlich gekauft hat. Keine Auskunft, natürlich. Man hätte ihr am Ende fast empfehlen wollen, selbst mal ein bisschen auf Entdeckungsreise durch ihre Plattform zu gehen und zu beobachten, was sich da eigentlich sonst noch so alles tummelt an interessanten Themen und Menschen, für die das Medium nicht nur ein Begleitkanal zu Ereignissen in Massenmedien ist. Eines der besten Beispiele folgt direkt im Anschluss: Regierungssprecher Steffen Seibert, der erzählt, wie er mit seiner sehr sympathischen “Ich probier das einfach mal aus”-Sicht nach und nach Twitter als interessantes Kommunikationsmedium entdeckt und trotz CDU-Mitgliedschaft bei einem Großteil der Anwesenden Sympathiepunkte durch seine lockere, unterhaltsame und gleichzeitig sehr professionelle Art einheimst. Sehenswert außerdem: Kathrin Passig mit “Standardstituationen der Technologiebegeisterung” (Video bei Spiegel Online), die uns noch einmal eindrucksvoll demonstriert, was unter anderem bei der Erfindung der Bahn, des Telegrafen und des Films alles prophezeit wurde bis hin zum Weltfrieden. Das Fazit der Session: Technologie verändert so gut wie nie irgendetwas von sich aus, ruft aber immer unter Menschen die (meist leider utopische) Hoffnung hervor, dass sich aus ihr auch eine große gesellschaftliche Verbesserung ergibt.

Am Ende war eigentlich alles wie immer, nur mit deutlich mehr Teilnehmern und mit gefühlt mehr Mainstreamthemen (was aber nicht an einer Anpassung der Veranstaltung lag, sondern daran, dass “unsere” Themen auch gesamtgesellschaftlich im letzten Jahr deutlich mehr in den Fokus rückten): Die re:publica ist ein Event, auf die man jedes Jahr sehr gerne geht, um ein paar nette Menschen wiederzutreffen, neue kennenzulernen, sich ein paar gute Vorträge anzuhören und sich über ein paar schlechte zu ärgern. Alles im grünen Bereich.

Nicole Pingel schrieb am 19. April 2011 zuEvents

re:publica 11 – Von Trollen und Feministinnen


Der 13. Stock hat die re:publica in diesem Jahr geschlossen besucht. Da können wir es uns nicht nehmen lassen, auch einen Beitrag in den Pool der Rückschauen zu werfen.

Was wir ausdrücklich nicht wollen, ist Kritik oder Lob an der Organisation der Veranstaltung zu äußern. Das wurde bereits zur Genüge getan und Besserung für das nächste Jahr wurden ja auch bereits von Seiten des Veranstalters angekündigt. Stattdessen wollen wir einzelen Panels noch einmal inhaltlich Revue passieren lassen, intelligente Aussagen bündeln, den Versuch unternehmen, die re:publica in ihrer Vielseitigkeit im Nachhinein abzubilden.

Jedes Panel war einem der folgenden Tracks zugeordnet: Business, co:funding, Digital Culture, Fun, Law, Makers & Technology, Media, Partner, re:design, re:open, re:learn, re:play, Society. Aus diesen Tracks wollen wir einzelne Panels exemplarisch hervorheben.

re:learn

Den Anfang macht der Vortrag, der wohl den meisten Zuspruch von den anwesenden Netzmenschen bekommen hat: Am Donnerstag machte sich Gunter Dueck dazu auf, den Zuschauern im Friedrichsstadtpalast zu erläutern, warum das Internet mittlerweile als Betriebssystem unserer Gesellschaft angesehen werden kann und welche Folgen das in Zukunft haben könnte.

Warum Dueck so viel realen und virtuellen Applaus für seinen Vortrag geerntet hat? Bitte sehen Sie selbst!

Ebenfalls im Track re:learn lief das Panel „Digitales Leben in der analogen Schule“, das gewissermaßen zugleich einen Blick in die Vergangenheit (Erinnerungen an die eigene Schulzeit) und in die Zukunft (der Schulpädagogik) gewährte. Zentrale Frage: Wie lassen sich Schulbildung und Pädagogik mit der digitalen Welt vereinbaren? Wie sich zeigte sind es wie überall auch in den Schulen die Querdenker und Freigeister, die kleine Revolutionen vorantreiben, vom Referenten Jöran Muuß-Merholz (@jmm_hamburg) neoligistisch als Bildungshacker und Edupunks bezeichnet. Für Schüler wird dieses Engagement offenbar auf lange Sicht vorallem die Art zu lernen verändern: So wird zum Beispiel in der Schule der Referenten André Spang und Roman Deeken ergänzend zu realen Instrumenten mit iPads (Garage Band) musiziert, das Tablet wird aber auch für Recherche und Reproduktion des Wissens eingesetzt. Und es ersetzt das Hausaufgabenheft.

Aber auch die Arbeitsweise und Rolle des Lehrers wird sich über kurz oder lang überholen, wie schon heute Felix Schaumburg (@schb), ein Lehrer aus Wuppertal, zeigt. Wichtige Nachrichten für die Klasse werden nicht mehr nur dem Klassensprecher zum Weitersagen mitgeteilt, sondern auch über Facebook verkündet. Das Klassenbuch wird digitalisiert und auch das Fächersystem des Lehrerzimmers wird mit digitalen Hilfsmitteln untergraben. All das unter dem Leitsatz: „Papier brauchen wir hier nicht mehr“. Alles in Allem wirkte Schaumburg während seines Vortrags wie ein verschmitzter Matrose, der seine eigene kleine Meuterei leitet, ohne dass es bisher jemand mitbekommen hätte. Trotzdem hoffe ich, dass das Beispiel des innovativen und in die Zukunft blickenden Lehrers im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen wird. Denn solche Lehrer braucht das Land: Pädagogen, die sich immer mehr als Navigatoren durch die Welt des Wissens verstehen, denn als Prediger.

re:play

Der Track re:play wurde von uns nur rudimentär besucht. Einen Einblick in die Thematik bietet jedoch das folgende Video, in dem Sebastian Deterding ein Interview zum Thema Gamification (das Einbetten von Spielemechanismen in Online-Präsenzen jeder Art zur Aktivierung und Motivation von Nutzern).

re:open

Der kleine Saal der Kalkscheue stand am ersten Tag im Zeichen des Tracks re:open. Diskutiert wurde die Offenheit von Daten in gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen. Außerdem wurden Ansätze vorgestellt wie es im Rahmen des Journalismus (Data Journalism) möglich ist, offene Daten zu strukturieren und auf eine Weise aufzubereiten, die verständlich ist und eine Botschaft transportiert.

Der Vortrag von Christina Elmer (dpa), die ich reichlich praktische Tipps & Tricks verriet, ist mittlerweile auf SildeShare zu finden: www.slideshare.net

Digital Culture

Auch für die masochistisch veranlagten re:publica Besucher war einiges geboten. Wer sich einmal gepflegt beschimpfen lassen wollte, war in der Session von Sascha Lobo zu den jüngsten Erkenntnissen der von Lobo initiierten „Trollforschung“ sehr gut aufgehoben. Denn die (mehr oder weniger) fremdbestimmte Galionsfigur der deutschen Social Media Szene nutzte die Zeit um erst einmal in bester Troll-Manier zu pöbeln – über die fehlende Sichtbarkeit, die Passivität und den fehlenden Gemeinschaftsgeist der deutschen Netzmenschen. Nach dem Switch zum eigentlichen Thema und einige Thesen sowie erheiternde Anekdoten später, kam Lobo zu dem Schluss: „Für das Ökosystem Social Web sind Trolle essentiell“. Wer wissen will, welche Gedankengänge zu diesem Fazit führten, darf sich hier am Play Button bedienen.

Society

Der Track Society bestand aus einer Reihe an denkbar ambivalenten Themen. Vor allem im Nachgang für Gesprächsstoff gesorgt,  haben die Panels zum Feminismus und seiner Gestaltung in der digitalen Welt (z.B. „How Feminist digital Activism is like the Clitoris“). Aber auch die lediglich halbstündige Session mit dem zunächst unscheinbaren Titel „Die Digitale Gesellschaft“ sorgte im Nachhinein für einiges Rauschen in den Blog- und Twitter-Wäldern.

Markus Beckedahl, unter anderem Co-Veranstalter der re:publica, machte sich auf um die Gründung eines gleichnamigen Vereins bekannt zu geben. Ziel des Vereins soll es vor allem sein, Infrastrukturen und Plattformen für netzpolitische Kampagnen bereitzustellen, die die Gesamtbevölkerung erreichen sollen. Außerdem soll der Verein als Interessensvertretung der Netzwelt fungieren. Die Anhänger dieser Welt überhäuften die Initiative jedoch sofort und anhaltend mit Kritik. Hauptangriffspunkt stellt der Umstand dar, dass der Einzelne (Außenstehende) ohne Stimmbeteiligung bleibt und lediglich durch finanzielle Unterstützung an der Digitalen Gesellschaft e.V. partizipieren kann. Gestern reagierte Beckedahl ausführlich auf alle Kritikpunkte, die Debatte wird jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter anhalten.

Auch das altbekannte Thema Datenschutz spielte in diesem Track selbstverständlich eine Rolle. Da die Debatten jedoch nichts neues zu Tage gefördert haben, stellen wir an dieser Stelle lieber ein Video zum Thema Datenschutz vom bayrischen Jugendsender on3 südwild vor, das zum Teil auf der re:publica produziert wurde. „Datenschleuder vs. Datenschützer“ – Hier geht’s lang.

Zu guter Letzt

Als Kirsche auf dem Pudding hier noch ein paar Abschluss-Impressionen, überaus ästhetisch in Szene gesetzt von den fleißigen Helferlein der re:publica 11.

Nicole Pingel schrieb am 4. April 2011 zuEvents

Future Media Summit – Eine Rückschau

Future Media Summit – So lautet der Titel der Veranstaltung, die an den letzten beiden März-Tagen 2011 stattfand. Klingt nach Innovationen, Ideen, Visionen… und ja Zukunft eben, denke ich mir zu Beginn des ersten Tages.

Social Media Policy: Don’t be an Idiot

Die erste Keynote hält sodann Joanna Geary von der britischen The Times, ihres Zeichens Community and Web Development Editor. Sie spricht über „Networked Journalism“: Die Möglichkeiten für Journalisten mithilfe von Social Media zu recherchieren, die Resultate zusätzlich über Social und Mobile Web zu veröffentlichen und so an Reichweite zu gewinnen. Am Ende des Vortrags ist mal wieder eines klar: Die Medienbranche in anderen Ländern ist einfach schon weiter als die Kollegin in Deutschland. Und sie ist cooler. So bricht Geary Lanzen für den journalistischen Mut zu bloggen und zu twittern und auf die Frage aus dem Publikum, ob es bei der Times eine Social Media Policy gebe, antwortet sie: Ja. Und die lautet: Don’t be an Idiot.

Social Media Engagement von Verlagen: Einzahlen in die eigene Marke

Vor der anschließenden Diskussion mit hochrangigen Vetretern deutscher Medienhäuser ist mir etwas mulmig zu Mute. Noch zu frisch sind die Erinnerungen an die Münchener Medientage im vergangenen Oktober. Aber ich werde tatsächlich positiv überrascht: Nicht ein Mal wird auch nur im entferntesten der Wunsch noch einem Radierer für das Internet laut, auch das Wort Leistungsschutzrecht fällt nicht ein einziges Mal: Stattdessen Sätze wie: „Wer sich als Journalist oder Verlag nicht in Social Media engagiert wird in den nächsten Jahren nicht mehr online agieren können“ (Frank Thomsen, Chefredakteur von stern.de), die sogar aus der Print-Ecke bestätigt werden: So gibt Christian Lindner (Chefredakteur der Rhein-Zeitung) zu verstehen, dass man sich in seinem Verlag der Risiken von Social Media zwar bewusst sei, man aber erkannt habe, dass die Chancen, die diese neuen Kommunikationskanäle bieten, schlicht überwiegen. Dieses Bekenntnis zu den neuen Medien geht sogar so weit, dass, wie Lindner erzählt, Social Media Kompetenz in seinem Hause zu den Einstellungskriterien gehöre. Schließlich kommt die Runde sogar überein, dass das Social Media Engagement eines Medienhauses und von Journalisten sich nicht zwangsläufig monetär auszahlen muss. Sondern es würde als ein „Einzahlen in die eigene Marke“ und „Abklopfen des Marktes“ verstanden. Am Ende dieser ersten Keynote bin ich sehr zufrieden. Nicht weil ich der Social Media „Branche“ angehöre, sondern weil ich mich freue, dass hier Referenten gefunden und eingeladen wurden, deren Häuser sich weiterentwickeln wollen, um erfolgreich zu bleiben, statt eine grundsätzliche Anti-Haltung gegen alles Neue einnehmen, wie es leider zu oft der Fall ist. Auch der nachfolgende Programm-Punkt „Erfahrungen mit Medien-Apps“ bestätigt meinen Eindruck: In den Konzern-Spitzen (zumindest) der großen deutschen Medienhäuser scheint es angekommen zu sein: Wer nicht mit der Zeit geht, geht unter. Und: Die Medienmarken, die sich am besten und schnellsten mit den neuen Medienformaten (Facebook, Twitter & Co, aber auch mobile Applikationen und Hybridmedien) arrangieren und mehrwertstiftende Angebote entwickelt, generieren Wissensvorsprünge und Wettbewerbsvorteile, die kurz- und mittelfristig nicht mehr einzuholen sind.

Die deutsche Medien-Branche: Alles bleibt anders

Nach diesen doch sehr interessanten Keynotes werde ich doch jäh in die Realität zurückgeholt. Die nachfolgenden Panels zeigen häufig die gewohnte Mischung aus „ein Löffel Vergangenheit, eine Kelle Gegenwart und eine Prise Zukunft“. Wirklich heraus sticht aus den von mir besuchten Panels leider keines.

Sehr gespannt bin ich am Ende der Veranstaltung auf die Abschluss-Diskussion, die im Programm die vielversprechende Bezeichnung „Digitale Medienstrategien für die Zukunft“ trägt. Aber auch hier wird vermehrt dem Status Quo gefröhnt, bis ein Fragesteller aus dem Publikum die Diskutanten an das eigentliche Thema der Diskussion erinnert und fragt: Wie sieht sie denn nun nach Meinung der Referenten aus, die Zukunft der schreibenden Zunft? Die Unsicherheit ist den Gesichtern anzusehen, niemand traut sich so recht zum Mikro zu greifen. Schließlich wird die Kristallkugel verbal von dem einen zum anderen weitergereicht. Niemand traut sich tatsächlich einen Blick hinein zu werfen. Fast scheint es, als wären die Damen und Herren noch ein wenig erschöpft von der Reise in die Gegenwart und könnten sich nicht ganz mit dem Gedanken anfreunden, dass die Entwicklungen in der gleichen Geschwindigkeit weiter gehen werden wie bisher. Schließlich einigt man sich auf den Konsens, dass Trends sich oft über Jahrzehnte hinweg entwickeln, es gehe lediglich darum die eigenen Inhalte immer wieder auf neuen Empfangsmedien zugänglich zu machen. Nachrichten sind Nachrichten sind Nachrichten. Und alles bleibt anders, sozusagen. Über die Zukunft denkt man nach, wenn sie zum Jetzt wird. Das wird den Erwartungen an ein FUTURE Media Summit zwar nicht ganz gerecht. Aber wenn das wirklich heißt, dass man sich vom restaurativen Zwang ab und den neuen Entwicklungen zuwendet, sobald sie marktreif sind, kann ich sehr gut damit leben. Denn Zukunft ist ja auch eine Frage des Standpunkts.