Archiv für Juni 2010

Sebastian Baumer schrieb am 29. Juni 2010 zuMicroblogging, News, Online Trends, Social Networks

Prismablick (4): Social Media Links und News der Woche

Trotz Fußball-WM: Die Social Media-Welt hat sich auch wieder ein Stück weiter gedreht. Hier wie immer die wichtigsten Geschichten und Links der letzten 14 Tage im kompakten Prismablick.

1. Die Causa CTRL-Verlust

Sturm im Blogosphärenglas: Michael Seemann (alias mspro) und sein Blog CTRL-Verlust kollidieren plötzlich mit der FAZ, innerhalb deren Blog-Projekt das Ganze erscheint. Die Geschichte in der Kurzfassung: Die FAZ nimmt einen Artikel wegen ungeklärter Bildrechte aus dem System, Seemann lädt den Artikel ohne Bilder neu hoch, daraufhin sperrt die FAZ das ganze Blog, was den Autor wiederum dazu verleitet, die Sache publik zu machen und damit eine Welle von empörten Reaktionen auszulösen, ohne dass genaue Einzelheiten bekannt sind. Ergebnis nach zwei Tagen: Eine Menge Artikel, Stellungnahmen und Gegenreden, bis am Ende nur Verlierer übrig blieben.

2. YouTube mit neuen Rekordzahlen für den Monat Mai

Schleichende Social Media-Revolution in Sachen Video? Die Zahlen, die comScore Video Metrix in der letzten Woche vorgelegt hat, beeindrucken jedenfalls: Im Monat Mai guckte der durchschnittliche YouTube-User um die 100 Videos. YouTube machte laut der Statistik im selben Zeitraum auch 43.1% aller Video-Views im Netz aus, mit viel Abstand gefolgt von Hulu.

3. Blogger mit und gegen Welt Kompakt

Und noch eine Geschichte um Blogs und Print: @weltkompakt hat mehrere Blogger angefragt, eine ganze Ausgabe zu in Eigenregie zu produzieren, die am 30. Juni erscheinen soll. Dass sich schnell Widerstand gegen die Aktion regen würde, war klar, vor allem nachdem Deef Pirmasens herausgefunden hatte, dass ursprünglich kein Honorar an die beteiligten Autoren aus dem Netz fließen sollte. Eine nachhaltigere Lösung als eine einzelne Ausgabe (etwa regelmäßig Kolumnen von Bloggern) wäre natürlich ein besserer Ansatz. Mehr Kritikpunkte und Lösungsansätze sammelt @svenwiesner unter obigem Link.

4. Apple, iPhone, iOS.

iOS 4 ist erschienen, das neue iPhone 4 auch erhältlich und Apple ist wieder überall eines der Hauptthemen. Wir haben zum Start des Betriebssystems, das auch für das iPhone 3G und 3G S erhältlich ist, die wichtigsten Funktionen der neuen Software auf unseren Mobiltelefonen angetestet und finden: Soweit alles gelungen, auch wenn es an einzelnen Stellen noch ein bisschen hakt. Das gilt übrigens auch für das zugehörige Gerät.

5. eBooks bleiben Nischenprodukt

Sind eBooks bereits ein Massenphänomen? Den Zahlen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zufolge ist eher das Gegenteil der Fall: So liegt der Anteil der verkauften elektronischen Bücher bei unter einem Prozent. Ob das iPad und sonstige neuere e-Reader diese Zahlen grundlegend ändern können, ist vorerst zu bezweifeln, zumindest dann, wenn sich die happigen Preisen, zu denen eBooks hierzulande angeboten werden, nicht ändern.

Bonus: Vernissage der Ausstellung IMAGINARIUM im @13stock.

Ein kleines Event war am Sonntag bei uns im Büro @13stock mitzuerleben: Julia Bührle-Nowikowa und Sebastian Baumer eröffneten ihre gemeinsame Ausstellung „IMAGINARIUM“ mit surrealen Bildwelten und Objektkunst. Daneben gab es reichlich Bier, Grillgut, die Möglichkeit, mitzuerleben, wie Deutschland die Engländer aus der WM kickte und vor allem reichliche Gelegenheit, auch selbst aktiv in Sachen Kunst zu werden. Die Ergebnisse können hier bewundert werden.

Sebastian Baumer schrieb am 22. Juni 2010 zuNews, Online Trends, Tools

Apple iOS4 – Die Funktionen des neuen iPhone-Betriebssystems im Überblick

iOS4 ist veröffentlicht und hält nach und nach Einzug auf aller Phones. Wir haben uns die wichtigsten Funktionen von Apples neuem Betriebsystem in Ruhe angeguckt.

Wallpaper auf dem Home-Screen

Fangen wir mit den optischen Verschönerungen an: Es mag auf den ersten Blick nicht wirklich von Bedeutung sein, dass man neuerdings neben dem Lock-Screen auch auf den Home-Screen eigene Wallpapers legen kann. In der Praxis allerdings trägt es viel zum neuen Look & Feel des iPhones mit iOS4 bei, dass hinter den App-Symbolen nicht mehr die gähnende schwarze Leere lauert. Zum Einstellen des zweiten Wallpapers navigiert man wie gewohnt unter Einstellungen > Hintergrundbild und kann dann zwischen vorinstallierten Varianten und den eigenen Photo-Ordnern frei wählen. Bei der Auswahl des Hintergrunds für den Home-Screen ist vor allem darauf zu achten, ein eher gleichartig strukturiertes, texturartiges Bild zu wählen, schließlich sieht man davon am Ende vor allem die Stellen, die sich in den Zwischenräumen zwischen den Apps befinden.

Folders für Apps

Eine der zentralen Funktionen des neuen Betriebssystems ist die Möglichkeit, Apps in Ordner zu jeweils maximal 12 Elementen zu gruppieren. Das funktioniert relativ intuitiv: Einfach eine App über die andere ziehen, schon verbindet das neue Betriebssystem die beiden Anwendungen zu einem Ordner, der je Kategorie der verwendeten Programme mehr oder minder sinnvoll benannt wird. Das Umbenennen bzw. Sortieren innerhalb eines Folders stellt kein Problem dar: Wie gewohnt etwas länger eine App innerhalb eines Ordners antippen und schon kann man auch dort wieder sortieren, den Namen der Sammlung anpassen oder einzelne Apps wieder aus dem Ordner entfernen (indem man sie einfach heraus zieht). Der Ordner löscht sich übrigens selbst, wenn man die letzte App daraus entfernt. Leider sind die einzelnen Folder wie erwähnt begrenzt, was in einigen Fällen leider dazu führt (wenn man etwa viele Social Media-Programme wie zb. Twitter-Clients parallel nutzt), dass man Ordner für den selben Zweck doppelt anlegen muss. Ein persönlicher Tipp zur Verwendung: Es macht Sinn, auf der ersten Seite des iPhones die 16 meistgenutzen Apps ohne Ordner abzulegen und dann auf den weiteren Pages den ganzen Rest in Ordner zu packen, so hat man auf alle Anwendungen den bestmöglichen Zugriff. Neuerdings kann man außerdem auch im Standard-Dock Buttons herausnehmen und andere hineinlegen, was aber wenig Relevanz in der Praxis haben sollte (die dort liegenden Funktionen Telefon, Safari, Mail und iPod dürften wohl für einen Großteil der User zu den meistgenutzten Features des iPhones gehören).

Multitasking-Dock

Die zweite große Neuerung bei iOS4 ist die Möglichkeit zum Multitasking. Per Doppelklick auf den Home-Button öffnet sich jetzt (auch wenn man bereits innerhalb einer Anwendung ist) ein zweites Dock, das die zuletzt verwendeten Apps anzeigt, die per Klick in dem Zustand, in dem sie zuletzt verlassen wurden, wieder geöffnet werden können. Per Swipe nach Rechts im Multitasking-Dock stehen dabei scheinbar unbegrenzt sämtliche Apps zur Verfügung, die irgendwann benutzt und geschlossen wurden. Bei einem längeren Klick auf eine der Apps in eben dieser Leiste erscheint auf allen noch geöffneten Anwendungen ein kleines Minuszeichen, das die Möglichkeit anbietet, diese endgültig zu schließen. Etwa fragwürdig ist dabei, dass wirklich alle verwendeten Apps beim Verlassen in die Multitaskingleiste gelegt werden und sich dort nach und nach ansammeln. Sinnvoller wäre vielleicht eine Lösung, bei der man per Doppelklick innerhalb einer App diese in die Multitasking-Leiste legt und nicht per Default beim Schließen.

Rotations-Sperre und iPod-Direktzugriff

Zieht man eine Seite nach links im Multitasking-Dock, so kommt man auf ein gänzlich neues Menü. Dort befinden sich zwei weitere Neuerungen von iOS4: Die Rotations-Sperre, die nach dem iPad nun auch auf dem iPhone Einzug hält und der direkte Controller für die iPod-Funktionen. Mit letzterem kann man direkt beim zuletzt abgespielten Musikstück oder Album wieder einsteigen, einen Titel vor oder zurück springen oder auf den iPod an sich zugreifen, der mit dem iOS4 auch dazu in der Lage ist, Wiedergabelisten zu erstellen. Bereits auf dem iPad bewährt hat sich die Rotations-Sperre, die verhindert, dass sich etwa beim Lesen im Bett der Screen ständig dreht. Etwas unglücklich ist allerdings, dass man das iPhone nur im Portrait-Modus locken kann, klickt man im Landscape-Modus auf den neuen Button, so springt das ganze zurück in den vertikalen Modus und sperrt sich eben dort.

Weitere Funktionen

Weitere Funktionen von iOS beinhalten unter anderem die Möglichkeit der Anbindung einer Bluetooth-Tastatur (die reibungslos funktioniert), die neue Rechtsschreibprüfung, die auf alle Programme ausgedehnt wurde, die neue App iBooks, die auch auf dem iPhone eine passable Figur macht und die neuen Mail-Funktionen, die nun auch Threaded Conversations und den Posteingang sämtlicher eingepflegter Postfächer auf einen Klick sowie das Öffnen von Dateianhängen in den dazu passenden Applikationen beinhalten. Eher sinnbefreit ist der neue 5-fach Digitalzoom für die Standard-Photoanwendung, der erstens in der Form bereits in Drittanwendungen zu haben war und zweitens, und das liegt in der Natur von „digitalen Zooms“, im Grunde nur eine Ausschnittvergrößerung aus dem aufgenommenen Photo ist.

Fazit

Das neue iPhone-Betriebssystem iOS4 ist sicherlich keine richtig große Revolution, läuft aber auch auf dem iPhone 3G S sehr stabil (Geschwindigkeitseinbußen oder Probleme sind in keinerlei Hinsicht zu bemerken) und erleichtert in derart vielerlei Hinsicht den täglichen Umgang mit mit Apples Mobiltelefon, dass man nach einiger Zeit nicht wieder auf die alte Version zurück will. Gerade die neue Ordnerstruktur macht es einfach, auch eine große Menge an Anwendungen sinnvoll zu verwalten, die nun allesamt mit maximal drei bis vier Klicks erreichbar sind (Swipe zur Seite, auf der der Ordner liegt > Ordner öffnen > App öffnen). Das groß angekündigte Multitasking-System bedarf allerdings noch einiger Überarbeitung, auch wenn es auf dem richtigen Weg ist. Einzig schade, dass das neue Betriebssystem erst im Herbst auch auf dem iPad Einzug halten soll.

Sebastian Baumer schrieb am 21. Juni 2010 zuBrand Awareness, Business 2.0, Enterprise 2.0

Der Wert eines Facebook-Fans

Neue Studie über Social Follower mit harten Zahlen.

Die größte Hürde vor jeder Social Media-Nutzung durch Unternehmen und Marken ist in vielen Fällen die Frage nach dem ROI: Was bringt es wirklich, wenn meine Firma auf Facebook aktiv ist? Lohnt sich die tägliche Zeitinvestition auf Twitter? Auch wenn man diesen Bedenken als erfahrener Nutzer entgegen kann, dass auch niemand nach dem ROI eines Faxgeräts fragen würde und dass jede Nutzung eines Social Media-Kanals eine langfristige Investition in dauerhafte, nachhaltige Kundenbeziehungen und den daraus folgenden Aufbau von echten Markenfans darstellt, wird das im Zweifel den Marketingverantwortlichen einer Firma nicht überzeugen. Harte Zahlen sind leider sehr oft gefragt.

Eine neue Studie der Consulting-Agentur Syncapse in Zusammenarbeit mit der Marktforschungsagentur Hotspex wagt den (natürlich zu hinterfragenden) Versuch, eben jene Zahlen zu errechnen: So ist laut der Studie ein durchschnittlicher Wert von $136.38 für jeden (Nordamerikanischen-)Fan einer der größten 20 Marken auf Facebook benennbar. Die Zahl setzt sich zusammen aus dem Geld, dass ein Fan einer Marke für die jeweiligen Produkte mehr ausgibt als der durchschnittliche Konsument plus virtuelle Aufschläge für Kundentreue, Empfehlungen und dadurch generierte Reichweite. Eine genaue Herleitung der einzelnen Zahlen und der verwendeten Errechnungsmethode ist in der in mehreren Medien besprochenen Studie allerdings leider nicht enthalten, dafür eine Aufschlüsselung in die einzelnen Bereiche:

Der spannendste Punkt für Firmen, die überlegen, im Social Media-Bereich aktiv zu werden, dürfte die Darstellung der durchschnittlichen Ausgaben für Produkte einer Marke oder Firma beim Vergleich zwischen Fans und Nicht-Fans sein: So geben die Anhänger der jeweiligen Public Facebook-Pages tatsächlich im Schnitt mehr als doppelt so viel Geld für die entsprechenden Waren aus als Nicht-Fans:

Natürlich muss man dabei, und das tut die Studie nicht, die Frage nach der Henne und dem Ei stellen: Wird jemand Fan, weil er sowieso die Produkte gerne kauft oder verursacht das „Fansein“ tatsächlich auch vermehrte Einkäufe? Vermutlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Eine Ansammlung derjenigen, die in erhöhtem Maße die Produkte der jeweiligen Firma oder Marke bevorzugen, sind Facebook-Seiten demnach in jedem Fall. Und damit lässt sich im Idealfall und mit ein paar kreativen Ideen einiges bewegen.

Sebastian Baumer schrieb am 14. Juni 2010 zuMicroblogging, News, Online Trends, Social Networks

Prismablick (3): Social Media Links und News der Woche

War was? Die letzten 14 Tage wie gewohnt im Prismablick:

1. Twitter, WM und Vuvuzela

Die Fußball-Weltmeisterschaft hat auch Twitter fest im Griff. Eine eigens eingerichtete, offizielle Twitter-Seite zur WM darf da genau so wenig fehlen, wie diverse Accounts (zb. der von Twittkickers) rund um das Event und die Option, über Hashtags kleine Fähnchen der Nationen in seine Tweets zu integrieren. Einen großartigen interaktiven Spielplan haben wir derweilen hier ausgegraben. Der nervigste Part der ganzen WM ist außerdem inzwischen auch als App für iPhone und iPad zu bekommen, ein Filter gegen die Tröt-Geräusche der Vuvuzelas ist auch schon einsatzbereit.

2. Ministerpräsidenten beschließen das Kindernetz

Die deutsche Politik entfernt sich mit ihrer Internetgesetzgebung wieder einen Schritt mehr von jeder Realität: Sogar die großen Blätter erkennen das inzwischen, so betitelt auch Spiegel Online seinen Artikel zum beschlossenen Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStv) in Anlehnung an das auf Twitter geborene Wortspiel vom “Kindernet”. Die an Absurdität grenzenden Forderungen des Gesetzes lösen allerorten Kopfschütteln aus: Alterskennzeichnung und technische Barrieren für alle Internetangebote, die in irgendeiner Form die Jugend beeinträchtigen könnten oder alternativ nur spätabendliche “Öffnungszeiten”.

3. Apple Keynote: iOS4 und das neue iPhone 4

Richtig überraschend war nicht viel auf der in der letzten Woche stattgefundenen Apple-Keynote. Und dennoch: Das, was Steve Jobs präsentierte, wirkte mehr als nur solide: Das neue iPhone 4 glänzt mit einigen beeindruckenden neuen Features (u.a. HD-Video und ein Display mit 78% der Pixel des iPad), das fast gleichzeitig erscheinende Betriebssystem iOS4 (vollwertig auch mit dem 3G S benutzbar) kann endlich Multitasking und iBooks, das auch auf das iPhone kommt, bekommt einige bisher fehlende Funktionen nachgeliefert.

4. Twitter plant eigenen URL-Shortener und will Links in Zukunft anders zählen

Ist das der Anfang vom Ende der ganzen URL-Shortener, die sich rund um Twitter eingerichtet haben? Der Microbloggingdienst plant nach einem Bericht von Mashable, demnächst seinen eigenen Shortener t.co zu launchen. Als weiteres Feature sollen Links nicht mehr in der bisherigen Art in die 140 Zeichen eingerechnet werden, so dass man demnächst wohl etwas mehr Platz für Tweets hat, die mit Links versehen sind.

5. Zahlen zur Auswirkung des Like-Buttons auf Blog-Traffic

Ganze 50% Zuwachs für Blogs nur wegen des Like-Buttons? Diese beeindruckenden Zahlen veröffentlichte der Blog-Hoster Typepad gestern. Demnach sollen die User, die eben den Facebook-Button auf ihren Blogs installiert haben, einen deutlichen Zuwachs an Besuchern bemerkt haben. Ob das so einfach auch auf andere Angebote zu übertragen ist, ist sicher fraglich, aber die engere Vernetzung mit der Plattform, auf der sich die meisten User aufhalten, scheint zu funktionieren.

Bonus: Gadgetnight Hamburg

Nach dem (vorläufigen) Ende der Twittnite bekommt Hamburg ein neues Netz-Event: Am 1. Juli wird zum ersten Mal die von Sven Wiesner (@svenwiesner) und Martin Schumacher (@keineantwort) organisierte Gadgetnight stattfinden. Bei dem inzwischen bereits ausgebuchten Event (wer noch teilnehmen will, sollte ab und zu einen Blick auf die Teilnehmerliste auf Xing werfen, erfahrungsgemäß springen auch immer wieder Leute ab) soll es ganz um technische Spielzeuge aller Art gehen. Wir sind gespannt.

Moritz Avenarius schrieb am 7. Juni 2010 zuSocial Networks, Unkategorisiert

Social Media Explorer (3): Elitepartner, 123people und MindMeister

Die Welt der Social Media jenseits von Facebook, Youtube, Twitter & Co.


Dass die Welt der Social Media mindestens so bunt wie ein Kasten Wachsmalkreide ist, ist allerspätestens nach den ersten beiden Erkundungstouren unseres Explorers allen bekannt. Pünktlich zu Beginn der schönsten Zeit des Jahres ist auch der Social Media Explorer in Flirtlaune und knüpft sich die Singleplattform Elitepartner vor. Außerdem nimmt er für Euch diese Woche den Suchdienst 123people und das Kollaborationstool Mindmeister unter die Lupe.

Elitepartner

Liebe ist kein Zufall…

… verspricht Elitepartner. An Selbstbewusstsein mangelt es dem Netzwerk für einsame Akademiker-Herzen ganz sicher nicht – beschreibt sich der Testsieger (getestet.de) doch als „Kontaktplattform für Akademiker & Singles mit Niveau“. Partnersuche nach Kastensystem? Sieht so aus: das Klientel von Elitepartner ist gebildet und bestrebt bei der Partnersuche unter ihresgleichen zu bleiben. Die mit dem TÜV-Siegel ausgezeichnete Online-Partnervermittlung geht dabei sehr systematisch und sorgfältig vor, um die elitären Alleinstehenden vom Proletariat der einsamen Herzen abzuschirmen. Singles füllen zunächst einen Persönlichkeitstest aus, auf Basis dessen ihnen entsprechend adäquate Partnervorschläge offeriert werden. Basierend auf den so genannten Matching-Points, die sich aus den Übereinstimmungen der Antworten ergeben, wird dann der niveauvolle Pool generiert, aus dem die Partnervorschläge stammen. Das Verhältnis zwischen Frauen und Männern auf der nach eigenen Angaben über zwei Millionen Mitglieder starken Plattform ist mit 53 versus 47 Prozent relativ ausgeglichen. Elitepartner verspricht, jedes der Profile auf Qualität und Seriosität hin zu überprüfen, um so die höchstmögliche „Trefferquote“ für seine User zu gewährleisten. Bei aller Sorgfalt und Siebtechnik ist unklar, ob das Prinzip ‘Gleich und Gleich gesellt sich gern’ tatsächlich Garant für eine glückliche Partnerschaft ist oder ob mit ‘zuviel des Gleichen’ oftmals vielleicht gerade jenes hoffnungsvolle Prickeln untergraben wird, das entsteht, wenn sich die berühmten Gegensätze anziehen. Da kann man sich durchaus fragen, ob das Geld (im Schnitt €37/Monat) in manchen Fällen nicht besser in einer Monatsmitgliedschaft im hiesigen Fitnessclub angelegt wäre. Wo mitunter auch der promovierte Biologe mal mit der Bäckereifachverkäuferin Seite an Seite ins Glück strampeln kann…

123people

3, 2, 1 … Transparenz ist meins!

Schon mal den eigenen Namen gegoogelt? Dann ist Euch die Personensuchmaschine 123people sicher kein Fremdwort. Der Suchdienst versteht sich als Informationen-Bündler. Auf einen Klick bekommt der User so eine detaillierte Übersicht über alle Online-Präsenzen des Suchobjektes. Öffentliche Daten, Telefonnummern, Adressen, Bilder, Videos und Emailadressen – Transparenz ist Trumph. Problematisch: 123people kann nicht zwischen Bildern der jeweilig gesuchten Person unterscheiden, sondern zeigt unter entsprechender Kategorie zum Teil willkürliche Fotos an, die mit dem Suchobjekt in einem virtuellen Zusammenhang stehen – und sei er noch so entfernt. Dies kann durchaus verwirrend sein. Auch Email-Adressen gehören nicht zwangsläufig zur gesuchten Person. Fazit: als Überblick scheint 123people ganz gut geeignet, ist als verlässlicher Suchdienst allerdings eher zweifelhaft.

MindMeister

Brainstorming goes Web 2.0


„Brainstorming in Echtzeit“ verspricht die Kollaborationsplattform MindMeister. Die Plattform setzt dabei auf das so genannte Mind Mapping als populäre Technik zur Ideensammlung und Projektplanung. Eine Mindmap muss man sich in etwa als digitale Version eines vollgekritzelten Whiteboards vorstellen – dabei kann nach Belieben strukturiert werden und den einzelnen Stichpunkten vielfältige Attachments wie Notes, Links und Bilder hinzugefügt werden. Den mit dem Innovation-Award 2008 ausgezeichneten Service gibt es in fünf verschiedenen Editionen – von der Gratis-Mitgliedschaft bis zur Version „Enterprise“ ist für jede Bedürfnislage etwas dabei. Nützlich: MindMeister ist auch als mobile App erhältlich und die Maps können sowohl im Online- als auch im Offlinemodus bearbeitet werden. Unser Fazit: als digitaler Ideenstrukturierer zur Unterstützung von Teamarbeit ist MindMeister eine durchaus interessante Ergänzung.

Sebastian Baumer schrieb am 3. Juni 2010 zuNews, Tools

13 Highlight-Apps für das iPad

Eine Woche iPad und kein bisschen langweilig: Eine subjektive Auswahl der besten, sinnvollsten und unterhaltsamsten Anwendungen für Apples neues Gerät.

1. iWork – Pages, Numbers und Keynote (je 7,99€)

Es tippt sich nicht ganz einfach auf der Glasfläche, nach einiger Zeit aber hat man den Dreh raus – zum Arbeiten unverzichtbar, aber ärgerlicherweise nicht vorinstalliert und dazu recht teuer: Die iWork-Palette von Apple mit dem Textverarbeitungsprogramm Pages, der Tabellenkalkulation Numbers und dem Präsentationstool Keynote muss eigentlich auf jedes iPad. Mit der kompletten Office-Suite lässt sich auf dem Tablet durchaus sehr produktiv tätig sein.

2. Dropbox (Kostenlos)

Wohl das Ärgerlichste an der flachen Kiste: Das iPad hat kein eigenes Dateisystem. Wie also am Besten auf die persönlichen Dokumente zugreifen, die man gerne drauf hätte? Per Dropbox. Die Netzfestplatte lässt sich vom Rechner aus mit Daten befüllen, verbraucht also nicht einmal Speicher auf dem iPad und die App zeigt so gut wie alles in ansehnlicher Form wieder an. Dokumente wie etwa .doc-Files können sogar direkt von dort aus in Pages weiterbearbeitet werden. Unverzichtbar. Wer nur mit pdfs arbeitet und diese komfortabel lesen will, dem sei außerdem Goodreader empfohlen.

3. Autodesk Sketchbook Pro
(5,99€)

Zeichnen auf dem iPad: Zwar gibt es mit Brushes eine weitere und wesentlich populärere Anwendung, die es erlaubt, mit diversen Pinseln und auf verschiedenen Ebenen künstlerisch tätig zu werden, deutlich mächtiger in der Bedienung und im Umfang ist allerdings Sketchbook Pro vom Experten für Designsoftware Autodesk. Sehr durchdacht ist auch, dass die Bilder auf viele verschiedene Weisen gespeichert und exportiert werden können (entweder direkt ins Photoalbum, per Mail als PNG oder PSD mit allen Ebenen und intern in der Galerie). Top.

4. iBooks (Kostenlos)

Als eBook-Reader macht das iPad aufgrund der langen Akkulaufzeit und der gestochen scharfen Darstellung eine außerordentlich gute Figur. Basis des Ganzen ist die Apple-eigene App iBooks mit dem integriertem Store für den Lesenachschub. Bemerkenswert ist vor allen die umfangreiche Klassiker-Bibliothek (auch in deutscher Sprache), die aus dem Fundus des Projekt Gutenberg von Spiegel stammt: Sehr viele richtig gute Bücher wurden neu aufbereitet und können kostenlos heruntergeladen werden. In Sachen Design und Layout aufwendiger sind die neueren Bücher, die allerdings auch richtig ins Geld gehen. Ebenfalls sehenswert: Die Kindle-App von Amazon, die ähnliches bietet.

5. Wikipanion (Kostenlos)

Während die diversen Wikipedia-Apps für den kleinen Bruder des iPads alle ihre Macken und Ungereimtheiten aufweisen, gibt es mit dem Wikipanion eine richtig mächtige Anwendung auf der Basis von Wikipedia. Die Seiten werden übersichtlich dargestellt, man kann in mehreren Sprachen suchen und hat zusätzlich die Möglichkeit, seine Favoriten abzulegen und so das ultimative Lexikon-Feeling auf dem iPad zu vervollständigen. Wünschenwert wäre allerdings, dass es irgendwann in der Zukunft die Möglichkeit gibt, die gesamte Wikipedia auch herunterzuladen, Speicherplatz auf dem iPad ist schließlich nicht mehr so rar wie auf dem iPhone.

6. Marvel Comics
(Kostenlos)

Das iPad ist zum Lesen wie geschaffen und zugleich als Träger für visuelle Medien ideal – die perfekte Kombination, um darauf Comics zu betrachten, zum Beispiel in der App von Marvel Comics, die mit einem sehr innovativen Panel View und Überblendeffekten aus den Bildergeschichten eine ganz neue Erfahrung macht. Intern hat die Anwendung einen eigenen Store, in dem neben einigen kostenlosen Bänden Hefte für 2,99€ runtergeladen werden können. Ärgerlich ist natürlich, dass die Comics auf der Marvel-App logischerweise nur aus eben dem Verlag stammen. Bleibt zu hoffen, dass sich verschiedene Publisher irgendwann zusammenschließen und eine übergreifende Comic-App veröffentlichen.

7. IMDb Filme & TV (Kostenlos)

Welcher Schauspieler hat in welchem Film mitgewirkt, was macht dieser Regisseur sonst noch und wie gut wird der Film bewertet? Die altbekannte Internet Movie-Database als kompakte Version auf dem iPhone macht Schluss mit der Auswahl von schlechten Filmen und ist als Guide für den des nächsten Kauf bei iTunes oder für den anstehenden Kinobesuch eine ziemlich große Hilfe.

8. Korg iElectribe R (7,99€)

Die wohl spannendste Musik-App auf dem iPad, die sich, einen talentierten DJ und eine gute Soundanlage vorausgesetzt, sogar dazu eignet, live eine Party zu unterhalten: Der Korg iElectribe R ist eine digitale Groovebox im Vintage-Look, mit dem man sehr einfach loslegen, die aber auch sehr komplexe Beatlandschaften zaubern kann. Die einfachere Variante, für die man keinerlei musikalische Fähigkeiten mitbringen muss, nennt sich Beatwave. Bei selbiger wird nur mittels Berührungen von verschiedenen Kästchen ein einzigartiger Sound erzeugt.

9. Wired Magazine (3,99€ pro Ausgabe)

Hier dürfen sich die deutschen Verlage, deren zum Teil leider traurig karge (Der Spiegel etwa bietet nur das PDF) oder nicht besonders gut designte (Die Welt-App leidet trotz guter Ansätze an einem grauenhaften Satz und Typo-Darstellungsfehlern) Auftritte noch nicht empfohlen werden können, eine große Scheibe abschneiden. Sogar die (allerdings etwas zu reichhaltige) Werbung in der iPad-Ausgabe des Wired ist zum Teil mit entsprechenden Touch- und Drehfeatures versehen. Ebenfalls sehenswert in Sachen englischsprachige Zeitschriften: Das Advanced Photoshop Magazine.

10. Air Display (7,99€)

Mac OS X und Flash laufen nicht auf dem iPad? Nicht ganz richtig. Die App Air Display verwandelt das iPad in einen zusätzlichen und tragbaren Monitor für jeden Mac. Das beste daran: Die Touchfunktion des iPads bleibt erhalten und die Geräte können auch direkt und nicht nur über dasselbe Wi-Fi-Netz verbunden werden, so dass man sich beispielsweise die Paletten- und Ebenenfenster von Photoshop oder das Dock des Macs direkt neben die Tastatur auf das iPad legen und per Hand bedienen kann.

11. Adobe Ideas 1.0 for iPad (Kostenlos)

Ein kleines Skizzenbuch für schnelle Ideen zum direkten Export per Mail – Adobes erste iPad-App ist zwar längst nicht so umfangreich und mächtig wie die richtigen Zeichenlösungen Autodesk Sketchbook Pro oder Brushes, für die Skizzierung einer kurzen Idee aber deutlich handlicher und dazu noch völlig kostenlos erhältlich. Besonders hervorzuheben: Die Sketches werden als pdf-/Vektorgraphiken exportiert und können so in jeder beliebigen Auflösung wieder geöffnet werden. Die integrierte Undo-Funktion erlaubt zudem, bis zu 50 Schritte wieder rückgängig zu machen.

12. Labyrinth 2 HD (5,99€)

Für den größeren Screen des iPads optimiert und mit diversen neuen Leveln ausgestattet, nutzt der Spieleklassiker Labyrinth 2 HD als eine der wenigen Apps aktiv den Bewegungssensor des iPads. Das altbekannte Ziel des Spieles, eine Kugel durch ein Labyrinth aus Hindernissen und (interaktiven) Elementen zum Ziel zu steuern, funktioniert auch auf dem großen Schirm prächtig. Zum Antesten des Ganzen gibt es übrigens auch eine kostenlose Lite-Version.

13. Smule Magic Piano (0.79€)

Smule ist bekannt für seine innovativen Musikapps auf dem iPhone – wer kennt nicht die Ocarina-App, die das Mobiltelefon in eine benutzbare Flöte verwandelt, bei der man ins Mikrophon pustet? Die Reihe setzt der Hersteller auf dem iPad mit dem Magic Piano fort – eine App, die in verschiedenen Versionen bis hin zum Freestyle-Modus ganz ohne Tasten ein altbekanntes Musikinstrument mal von einer ganz neuen Seite betrachtet.