Archiv für April 2010

13. Stock schrieb am 30. April 2010 zuEvents, News, Recommended Reading

Im Wald ist man nicht verabredet. Beim WanderCamp ist das anders.

Vor gut drei Wochen haben wir gemeinsam mit Anne Grabs und Mike Schnoor den Startschuss zum WanderCamp gegeben.

Diese drei Wochen haben wir genutzt und uns im Team Gedanken gemacht, wie wir den wertvollen Input aus euren Beiträgen von der WanderCamp Facebookseite aufnehmen und nutzen können. Heute schreiben wir das erste Mal öffentlich über Konzept & Idee, Zielgruppe, mögliche Themen und Sponsoring.

Konzept & Idee

Im Rahmen des Barcamps zum IHSK in Köln im März 2010 wurde von einigen Teilnehmern die Idee eines WanderCamps angestoßen. Unsere Gesellschaft, geprägt von Flexibilität und digitalem Nomadentum lässt die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem immer mehr verschwimmen. “Always on” ist zum Leitmotiv einer Generation mit Smartphone und Notebook im Handgepäck geworden, was auch zu einem Verlust von Rückzugsräumen und einer grundlegenden Beschleunigung des uns ständig umgebenden Informationsflusses führt.

Das WanderCamp greift diese Entwicklung auf und rückt die Schlagworte “Entschleunigung und Nachhaltigkeit” in den Mittelpunkt. Damit stellt sich uns die Frage, welche Elemente des analogen Daseins es wieder zu entdecken und in unseren digitalen Alltag zu integrieren lohnt.

“Die Netzgemeinde sei erwachsen geworden und beginne nun, abseits der Phänomene im Web Methoden, Umgang mit den und Ziele der modernen Medien zu reflektieren”, hieß es nach der re:publica 2010. Wir gehen einen Schritt weiter und nehmen diese Überlegungen mit uns in ein Umfeld, welches von sich aus geeignet ist, die Teilnehmer zu einer Synthese aus Nachhaltigkeit und Entschleunigung im Zusammenspiel mit modernen Medien und Technologien zu führen. Ein weiteres Ziel ist, die Frage zu klären, wie sich Gemeinschaft in Social Communities manifestiert und ob diese auch offline erlebt werden kann.

Im Wald ist man nicht verabredet – beim WanderCamp schon.

Wir sind von der Idee begeistert, ein Wochenende lang den Rest der digitalen Welt hinter uns zu lassen und dennoch aktiven und persönlichen Wissensaustausch beim Wandern zu betreiben.

Kurz: Worum geht es?

Wir planen ein Wochenende im Sinne der Netzkultur – an der frischen Luft, ausgestattet mit Wanderstiefeln, wetterfester Kleidung, Rucksack und einem intensiven Wissensaustausch von morgens bis abends. Ein Medienzölibat ist dennoch nicht vorgesehen!

Mögliche Themen

Wir geben keinen thematischen Rahmen vor, können uns aber sehr gut vorstellen, uns mit Inhalten wie Geocaching, Wandern mit GPS-Unterstützung, Naturfotografie und Flucht vor der Informationsflut zu beschäftigen. Da wir das WanderCamp im Sinne der BarCamp-Bewegung konzipieren, setzen wir auf aktive Beteiligung und bitten euch, eure Vorschläge über die üblichen Social Media Kanäle (Twitter, facebook) an das WanderCamp Orga-Team zu richten.

Die Zielgruppe

Das WanderCamp ist gewissermaßen der Versuch, sich auf ein BarCamp in der freien Natur einzulassen. Was passiert, wenn wir offline gehen? Da wir aufgrund der möglichen Locations keine durchgehende Netzabdeckung gewährleisten können, richtet sich das WanderCamp an Menschen, die über eine hohe Affinität zu digitalen Themen und/oder über eine Leidenschaft fürs Wandern verfügen. Der Benefit dieser Veranstaltung ist ein intensiver Austausch, der nicht nur in einer Pause, sondern beim gemeinsamen Erleben von Natur stattfindet und sich mitunter nicht in eine Powerpointpräsentation pressen lässt.

Die Teilnehmerzahlen können je nach Region und Unterkünften begrenzt sein. Rechtzeitige Anmeldung wird empfohlen.

Sponsoring

Sponsoren bietet das WanderCamp die Möglichkeit, Menschen mit hoher Reichweite und einem Bezug zu ihren Produkten zu begeistern. Unternehmen, welche einen ökologischen und nachhaltigen Schwerpunkt kommunizieren möchten, haben so die Chance, ihre Zielgruppe direkt anzusprechen.

Beispielsweise können Outdoor-Ausrüster die Teilnehmer des WanderCamps sprichwörtlich mit ihren Produkten branden und profitieren so vom positiven Feedback und der hohen Reichweite der Berichterstattung in Blogs, Communities und auf Social Networking Plattformen sowie den klassischen Medien.

Bereits in dieser frühen Phase konnte die Idee des WanderCamps etliche hundert Personen und diverse Tourismus-/Branchenverbände begeistern.

Zur Realisierung des WanderCamps sind Finanz- und Sachmittel wünschenswert. Detaillierte Sponsoringpakete werden in den nächsten Tagen vorgestellt.

Fragen und Anregungen

Für Feedback zum WanderCamp, weitere Ideen und Vorschläge nutzen wir die Community auf Facebook und Twitter. Für konkrete Anfragen, Hilfs- und Sponsorenangebote sowie Presseanfragen steht zur Verfügung:
Oliver Berger, Telefon 040 – 9707 8486, oliver.berger [at] 13stock.de

13. Stock schrieb am 30. April 2010 zuEvents, Online Trends

Das Potential in Social Media. Oder: Viel heiße Luft beim Social Media Club.

Gestern Abend war es wieder soweit. Der Social Media Club Hamburg (SMCHH) öffnete seine Pforten. Genauer gesagt, ethority öffnete die ihren, denn die Kollegen waren so freundlich, ihre zentral gelegenen Büroräume nebst Innenhof in der Hamburger City erneut für die Durchführung dieses Szene-Events zur Verfügung zu stellen. Diskutiert werden sollte unter der Moderation von Zukunftslotse Moritz Avenarius die Frage “Social Media – viel heiße Luft oder enormes Potential?”.

Zwischen 40 und 50 Personen waren der Einladung gefolgt. Erst füllte sich der Innenhof des ethority Büros zum Networking und eine gute halbe Stunde später ging dann die eigentliche Diskussion los, die von Anfang an sehr kontrovers und leidenschaftlich geführt wurde. Ich hatte zwar den Eindruck, dass die Kernfrage nicht immer im Fokus der Antworten stand, war aber wieder einmal nicht überrascht, dass keine allgemein akzeptierte Definition von Social Media gefunden wurde. In der Tat äußerte jede/r seine und ihre Definition als Einstieg und schnell wurde klar, dass Social Media eben in aller Munde, eine Beschreibung insbesondere Kunden gegenüber für viele jedoch noch sehr schwierig ist.

Gerne hätte ich Veranstaltung und Diskussion bis zum Ende verfolgt, musste mich aber vorzeitig ausklinken und habe beim Gehen noch kurz auf einen Kommentar von @Jormason mit einer eher provokanten These via Twitter reagiert:

Social Media - viel heiße Luft? Kommt immer darauf an, wer gerade darüber spricht.

Die Quintessenz nach 15 bis 20 Redebeiträgen war für mich in großen Teilen deckungsgleich mit Ergebnissen eines internen Workshops Mitte Januar 2010, bei dem wir uns im 13. Stock die Frage gestellt haben, “Ist Social Media etwas, mit dem Sie sich beschäftigen müssen?” Zielsetzung war, diese Frage Kunden und Interessierten zu deren Zufriedenheit beantworten zu können. Wir stellten fest, um diese Frage beantworten zu können, muss man sich zunächst fragen: “Was ist das eigentlich – Social Media?”

Zwei Grundannahmen liegen der Antwort auf diese Frage zu Grunde. Zum einen ist Social Media eine Entwicklung, dem stetigem Wandel unterworfen. Anders als z.B. das Radio oder der Fernseher ist Social Media keine Erfindung, sondern eine Konsequenz aus der technischen Heranreifung und der damit einhergehenden immer besseren Verfügbarkeit des Internets. Das Internet versetzt erstmal in der Geschichte der Menschheit theoretisch jeden Menschen in die Lage mit einer beliebigen Anzahl anderer Menschen in Echtzeit zu kommunizieren. Zum anderen spiegelt sich in Social Media die Gesellschaft, denn die zunehmende Fragmentierung und Individualisierung der Gesellschaft bildet sich auch in den Portalen und Communities ab, sprich in den Medien, über die Kommunikation von Interessensgemeinschaften stattfindet.

Fazit: Social Media ist mehr als nur heiße Luft, abhängig aber davon, wer gerade drüber spricht.

Sebastian Baumer schrieb am 27. April 2010 zuBusiness 2.0, Enterprise 2.0, Online Trends, Social Networks

Flattr – Social Micro Donations

Mit dem etwas altbacken klingenden Namen Flattr präsentierte sich auf der re:publica 2010 rund zwei Monate nach der ersten Ankündigung ein Projekt des ehemaligen Pirate Bay Co-Founders Peter Sunde, das nicht weniger als eine Revolution des Micropayments im Netz verspricht. Das System von Flattr ist simpel wie durchdacht: Der User wählt eine Geldmenge, die er monatlich investieren will (mindestens 2 Euro), lädt sein Konto über eine der angebotenen Möglichkeiten (derzeit PayPal und verschiedene Kreditkarten) auf und kann dann mittels Klicks auf entsprechende Web-Buttons Inhalte auf seine Payroll setzen. Am Ende des Monats wird der eingesetzte Betrag gleichmäßig auf die Inhaber der angeklickten „Things“ verteilt. Ein „Thing“ kann dabei gleichermaßen ein Bild, ein Artikel oder ein Videobeitrag sein, eben jeglicher Content im Netz.

Das folgende unternehmenseigene Video demonstriert das Prinzip, auch wenn man ergänzen muss, dass die Grenzen zwischen Content-Produzenten und Konsumenten in der Realität natürlich deutlich verschwommener sein dürften:

Flattr setzt dabei auf eine eigentümliche Mischung aus Altruismus und Gewinnstreben: So sollen einerseits kleine und mittlere Produzenten von Content über das System zu Geld kommen (was sicherlich funktionieren wird, denn der User des Dienstes, der einen Button klicken muss, um seine Wertschätzung zu zeigen, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eher unkommerzielle Anbieter bevorzugen), andererseits kann man aber nur Geld bekommen, wenn man selbst registriert ist und ebenfalls seinen monatlichen Betrag überweist. Kritik ist allerdings zu äußern am Einkommensmodell von Flattr selbst: Ganze 10% aller überwiesenen Beiträge behält das Start-Up zur Selbstfinanzierung ein.

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir also an, dass der Betreiber eines Blogs namens „Mein kleines Social Media-Blog“ mit einer Reichweite von einigen hundert Usern pro Tag sich dazu entschließt, Flattr zu nutzen.

Alle zwei Tage erscheint ein neuer Artikel, das Blog ist gut verlinkt, eine regelmäßig gepflegte Facebook-Page und ein Twitter-Account sind auch vorhanden, die entsprechend Traffic generieren. Hat Flattr eine entsprechend hohe Verbreitung in der webaffinen Gruppe der Blogleser, dann könnten zehn Klicks pro Tag, verteilt auf verschiedene Artikel, durchaus zu erreichen sein. Schafft „Mein kleines Social Media-Blog“ zusätzlich einmal pro Monat einen richtig oft gelesenen und hochwertigen Artikel, beispielsweise den ersten Beitrag der deutschen Blogosphäre über die finsteren neuen Datenschutzaushöhlungsgeheimpläne von Facebook, der entsprechend oft verlinkt und von Google auf die erste Seite bei entsprechenden Suchkombinationen befördert wird, so könnten über diesen einen Artikel außerdem im Verlauf des Monats 100 weitere Flattr-Klicks generiert werden. Gehen wir des Weiteren von einem Flattr-User aus, der sein Konto mit zwei Euro auflädt und durchschnittlich einen Beitrag pro Tag „flattert“, dann ergeben sich die folgenden Zahlen:

Durchschnittlicher Wert eines Klicks:
1,80 Euro (2 Euro minus die 10% Flattr-Anteil) : 30 Tage = 6 Cent

Anzahl der Klicks für „Mein kleines Social Media-Blog“
10 Klicks x 30 Tage = 300 Klicks
100 Klicks für den Artikel „Facebooks geheime Machenschaften“

= 400 Klicks gesamt

Summe des verdienten Geldes für den Inhaber von „Mein kleines Social Media-Blog“
24,00 €

Abzüglich der eingesetzen zwei Euro für den eigenen Flattr-Account würde der Betreiber von „mein kleines Social Media-Blog“ demnach monatlich 22 Euro an Einkommen generieren. Sicher ist das keine weltbewegende Summe, aber mit Blick auf die Masse aller Blogs und anderer Webseiten könnte Flattr durchaus den Anfang zu einer Qualität statt Reichweite belohnenden Variante der Monetarisierung darstellen, sofern das Unternehmen es schafft, eine entsprechend große Nutzermasse für den Dienst zu gewinnen. Und die monatlichen Ausschüttungen würden in unserem Beispiel bei einer proportionalen Zunahme der Flattr-User unter den Lesern sowie dem Wachsen der Leserzahlen natürlich weiter steigen.


Wiebke Uhlenbroock schrieb am 21. April 2010 zuEvents, People

re:publica 2010: US-Blogger Jeff Jarvis über Privatsphäre, Öffentlichkeit und … Genitalien

Im Rahmen der re:publica 2010, die vergangene Woche in Berlin stattfand und über 2000 begeisterte Blogger und Social Media-Interessierte in die Hauptstadt lockte, hat mich ein Vortrag besonders fasziniert.

Unter dem vielversprechenden Titel ‘The German Paradox: Privacy, Publicness and Penises’ referierte US-Blogger und Journalist Jeff Jarvis (Autor von ‘What Would Google Do?’) über Privatsphäre und Öffentlichkeit im Internet und das berühmte ‘Messen mit zweierlei Maß’.

Leidenschaftlich erklärte Jarvis, dass er durchaus eine gewisse Ironie in der Tatsache sieht, dass wir Deutschen zwar international dafür bekannt sind, wenig Hemmungen haben, uns in Saunen und an Stränden splitterfasernackt der Öffentlichkeit zu präsentieren, auf der anderen Seite viele fast penibel paranoid den Verlust von Privatsphäre in sozialen Netzwerken und Tools wie ‘Google Streetview’ befürchten. Jarvis selbst sieht einen ungeheuren Nutzen im Öffentlichmachen von Wissen und Informationen, betonte aber auch die Tatsache, dass der User durchaus in der Lage sein muss, den von ihm publizierten Content zu kontrollieren um nicht im Netz der unbegrenzten Möglichkeiten die Kontrolle über seine Identitäten (online wie auch offline) zu verlieren.

Da schließt sich die Frage an: Was sollte in sozialen Netzwerken eigentlich privat bleiben bzw. wie öffentlich sind Freundesfreunde? Denn: Während bei Weitem nicht alles, was via Facebook & Co kommuniziert wird die Öffentlichkeit tangiert bzw. für jegwege virtuelle Ohren bestimmt ist, gibt es durchaus auch sensible Themen, die auf den ersten Blick privat scheinen, jedoch bei öffentlicher Thematisierung vielen Menschen helfen und langfristig sogar Leben retten können. Jeff Jarvis sprach dabei seine eigene Prostata-Krebserkrankung an, die er bewusst in allen Einzelheiten in seinem Blog thematisiert hatte, um ebenfalls Betroffenen Mut zu machen und für das Thema Krebsvorsorge zu sensibilisieren.

Das Thema lies mich nicht los und während ich mich auf der Bahnfahrt am kommenden Tag mit einem bis dato mir unbekannten Unternehmensberater in leitender Funktion darüber unterhielt, klärte dieser mich auf, dass es bei Vorstellungsgesprächen durchaus Gang und Gebe ist, die Profile der potentiellen neuen Mitarbeiter genau unter die Lupe zu nehmen. “Das gehört schließlich zu meinen Hausaufgaben und hilft mir, vorab eine Einschätzung der Bewerber zu bekommen”, so der Manager.

Eine eindeutige Antwort auf die Frage, wie das ‘German Paradox’ in Zukunft behandelt werden sollte, konnte und wollte Jeff Jarvis mit seinem Vortrag nicht geben, sondern das gebannte Publikum vielmehr zum Nachdenken über eigene Erwartungen und das eigene Networking-Verhalten anregen und dem derzeitigen Privatsphäre-Hype mit der provokanten Gegenfrage entgegenzutreten: Welchen Wert hat Öffentlichkeit für uns?.

So sollte man sich durchaus der Tatsache bewusst sein, dass das Öffentlichmachen von Informationen oftmals zu stärkerer sozialer Interaktion, anregenden Diskussionen über den sprichwörtlichen Tellerrand bzw. die eigene Freundesliste hinaus und so zu interessanten Kontakten führen kann, auf der anderen Seite aber auch unangenehme Fragen im Vorstellungsgespräch wie z.B. ‘Wie war denn die Party letzten Samstag, Herr Müller?’ zur Folge haben könnte. Also: Was tun? Jarvis’ Argumentation folgend müsste die Antwort lauten: Öffentlich kommunizieren und dabei die Kontrolle behalten. Soll heißen: Selbstbewusst die eigene Meinung vertreten, kritisch hinterfragen und öfter mal den Mut haben, Privates öffentlich zu machen.

Schließlich beendete der rhetorisch brilliante Amerikaner seine Präsentation mit einer Einladung, ihm in der Sauna des Hotels Gesellschaft zu leisten und kam dabei mit einem Augenzwinkern auf seine eingangs formulierte provokante Frage zurück: “You have a dick. I have a dick. What’s the big deal?”.

Sebastian Baumer schrieb am 13. April 2010 zuBusiness 2.0, Microblogging, News

Twitter, Monetarisierung und klassische Werbung

Mehr als vier Jahre hat es gedauert, bis Twitter endlich ein in harten Dollars messbares Geschäftsmodell gefunden hat: Bereits am heutigen Dienstag startet die Ad Plattform, die in Zukunft zunächst “Sponsored Tweets” über den Suchergebnissen zu jeweils passenden Keywords platzieren wird, später soll das Ganze auch im Stream auf der Hauptpage passieren und für Anwendungen wie Hootsuite verfügbar werden, so dass die bezahlten Kurznachrichten auch in diesen Applikationen erscheinen werden. Die Meldung kommt zumindest etwas überraschend, da Biz Stone noch vor weniger als einem Jahr verkündete, dass “Tools, not Ads” der beste Weg für Twitter wären, um endlich Geld zu verdienen, auch wenn er diese Aussage später zumindest abschwächte. Die Idee der bezahlten Premium Accounts mit Extra-Funktionen für zahlende User muss damit aber nicht zwangsläufig aus dem Rennen sein: Das kürzlich vorgestellte Contributors-Feature für Unternehmen etwa könnte sich in eine derartige Richtung entwickeln, auch der Kauf des zumindest bisher nicht kostenlosen Twitter-Clients Tweetie deutet an, dass Twitter auch in dieser Richtung weiterdenkt.

Zum Start der neuen Werbeform sind unter anderem Virgin America, Bravo und Starbucks unter den Unternehmen, die mit bezahlten Tweets aus dem Lärm der vielen Zwitscherer herausstechen wollen. Glaubt man dem bisher einzigen veröffentlichten Screenshot, so sind die entsprechenden Kurzmeldungen, die sich ansonsten wie ganz normale Tweets verhalten sollen, zumindest sichtbar als Werbung (“Promoted By Starbucks Coffee”) gekennzeichnet:

Die große “Multi-Billion-Dollar-Frage”, die dabei im Raum steht, stellt als einziger Mediendienst der amerikanische Social Media-Newsriese Mashable: “Will Users Click On Twitter Ads?” Eine skeptische Sichtweise auf die neuen Pläne von Twitter ist durchaus in jeder Hinsicht berechtigt, steht der Microblogging-Dienst doch wie kein anderes Unternehmen für moderne Formen des Marketings, Word Of Mouth und usergenerierten Content. Ob die im Grunde uralte Anzeigen-Methode in diesem Kontext tatsächlich funktioniert und von den Usern auch entsprechend angenommen wird, bleibt insofern tatsächlich mehr als nur ein bisschen fraglich. Starbucks jedenfalls hat auf dem eigenen Twitter-Account bereits vor dem Start des Programms mit entsprechenden Anfragen von Usern zu tun, die bei “Sponsored Tweets” eher an Spam zu denken scheinen:

Zumindest hat auch Twitter im Vorfeld einige Überlegungen dazu angestellt, wie man die User so wenig wie möglich mit sinnlosen Botschaften belästigen kann: So sollen laut basicthinking nur diejenigen Werbetweets im System bleiben, die auch entsprechende Klicks und damit Resonanz von den Usern bekommen, die weniger “hilfreichen” werden entfernt und dem Kunden nicht in Rechnung gestellt. Bleibt damit am Ende nur bezahlte Werbung übrig, die tatsächlich “nützlich” ist? Man wird abwarten müssen, wie sich die Sache entwickelt.

13. Stock schrieb am 3. April 2010 zuEvents, News, Recommended Reading

Startschuss zum WanderCamp 2010

Vor wenigen Wochen traf sich eine Gruppe von Webenthusiasten und diskutierte im Rahmen eines anderen BarCamps in Köln über das Wandern in freier Natur. Das Leben im digitalen Zeitalter zwischen dem festen Arbeitsplatz und dem mobilen Pendant mit iPhone und Laptop im Handgepäck bedeutet letztendlich auch einen Verzicht auf Entspannung und ein wenig Lebensqualität. Als kleine Gruppe waren wir von der Idee begeistert, uns für einige wenige Tage von dem Rest der digitalen Welt abzuschotten und dennoch aktiven Wissensaustausch mit Spaß und Interesse zu verbinden. In weiterführenden Gesprächen kamen wir als diese interessierte Gruppe auf die Idee, ein WanderCamp für andere Webenthusiasten und Social Medianer zu konzipieren und den Event eigenständig zu organisieren. In der letzten Woche konkretisierte sich das Interesse am WanderCamp, so dass wir uns entschieden, endlich Gas zu geben!

Wir freuen uns daher sehr, heute den ersten Startschuss zur weiteren Planung für das erste “WanderCamp 2010″ zu veröffentlichen. Nicht ohne Grund lautet unser Leitmotto für das WanderCamp auch “Entschleunigung 2.0 – Social Media war noch nie so offline“.

Die Organisation des WanderCamp 2010 erfolgt zentral durch Oliver Berger (@OliverBerger), Mike Schnoor (@sichelputzer), Anne Grabs (@annellchen) und das Team vom 13. Stock (@13stock). Weitere potentielle Mithelfer heißen wir herzlich willkommen.

Die Herausforderung besteht nun in der Planung bis zur eigentlichen Durchführung. Wir setzen ganz im Sinne von Social Media auf die Kollaboration und Interaktion mit allen potentiellen Teilnehmern. Wir laden Euch ein, gemeinsam am WanderCamp 2010 zu arbeiten und eure Ideen einzureichen. Dazu haben wir eine Facebook-Fanpage ins Leben gerufen, die in Kürze neben dem üblichen Informationsstreaming um einige Features wie auch das Diskussionsforum erweitert wird. Ein konkreter Termin für das WanderCamp 2010 steht noch nicht fest, aber der Event soll selbstverständlich bei einem wärmeren und besseren Wetter stattfinden, so dass wir den Frühsommer des Jahres bereits im Auge behalten. Nicht zu kalt, aber auch nicht zu heiß.

Dafür suchen wir ebenfalls nach potentiellen Locations in ausgewählten, möglichst zentral liegenden Wanderregionen in Deutschland, z.B. Eifel, Bergisches Land, Harz, Thüringer Wald. Dazu zählen auch Wanderrouten, die verschiedene Schwierigkeitsgrade für Anfänger und fortgeschritte Wanderer entsprechende Anreize geben. Für Vorschläge sind wir sehr offen. Vielen Dank bereits an Christian Schmitz für erste konkrete Ideen für die Eifel-Region.

Die Inhalte des zweitägigen Events möchten wir gerne mit den Teilnehmern gestalten. Ganz offline geht natürlich nicht, aber wir hoffen auf einen gewissen Verzicht seitens der Teilnehmer. Mögliche Themen umfassen: Geocaching-Elemente, GPS-Navigation, Foursquare und Gowalla, Tourguides, Wanderexperten, Wildness-Survival-Tipps, Schnitzen, Bogenschießen, Wanderausrüstung und selbstverständlich Grillen unter freiem Himmel mit saftigen Steaks und frischem Stockbrot.

Wie ihr sehen könnt, ist ein Konzept wie das WanderCamp 2010 nicht ohne Kosten umsetzbar. Für das WanderCamp 2010 suchen wir ab sofort Sponsoren, die uns und die Teilnehmer bei diesem Event unterstützen wollen. Die genauen Details zum Sponsoring werden wir in Kürze bekannt geben, darunter z.B. Busfahrt, Hostel/Hotel/Campingplatz, Catering, Ausrüstung. Selbstverständlich sind alle Ideen, die wir hier zusammengefasst haben, nur der erste Ansatz.

Zum Abschluss die Short-Facts noch einmal auf einen Blick:

Worum geht es?

Wir planen ein Wochenende im Sinne der Netzkultur – aber nicht mit dem Laptop oder MacBook im Gepäck. Wir gehen an die frische Luft mit Wanderstiefeln, wetterfester Kleidung, Rucksack und einem knallharten Wissensaustausch von morgens bis abends über das Wandern, Berge, Seen, Pflanzen, Tiere und das Überleben in der Wildnis.

Wer macht mit?

Jeder, der Lust auf Wandern hat und sich dabei für zwei Tage anderen Themen und Fragen widmen möchte, die er sonst im Alltag ausblenden muss.

Wo finde ich weitere Infos?

Bleibt immer auf dem Laufenden mit aktuellen Neuigkeiten bei Twitter: twitter.com/WanderCamp

Wie mache ich mit?

Gestaltet das WanderCamp über Facebook selbst mit: bit.ly/WanderCamp

Wie lauten die Hashtags?

#WanderCamp oder #WC2010

Wo finde ich das WanderCamp-Logo zum Download?

Das Logo basiert auf dem BarCamp-Logo von SpreadBarCamp und ist unter CC-Lizenz, NC SA 3.0 verwendbar.

Hier gibt es das WanderCamp-Logo als PSD, AI und EPS. Als JPG ist das Logo bei flickr zu finden.

Wer organisiert alles?

Das WanderCamp ist ein gemeinsames Projekt von: Oliver Berger (@OliverBerger), Mike Schnoor (@sichelputzer), Anne Grabs (@annellchen) und dem Team vom 13. Stock (@13stock).