schrieb am 2. April 2009 zuEvents
Conference Hopping Tag 07: Berlin
Der zweite Tag der re:publica’09 neigt sich dem Ende zu. Und er war schön.
Die von mir besuchten Sessions waren in meinen Augen deutlich inhaltsstärker, als die vom ersten Tag. Es tat der Konferenz gut, dass gegen Mittag vom optisch schönen Friedrichstadtpalast in die Kalkscheune gewechselt wurde.
Der Friedrichstadtpalast von innen
Ein paar Teilnehmer standen zwar etwas verwirrt zur Mittagszeit vor den dann schon verschlossenen Türen des Palastes, was sich dann aber schnell geklärt hat. Die kleinere Kalkscheune mit den vielen Räumen bietet besonders durch den zentralen Hauptraum und den angeschlossen offenen Garten ein dem Zusammenkommen der Teilnehmer wesentlich zuträglicheren Rahmen, ohne dass sich alles verläuft.
Nachdem ich mich mit einem durchschnittlichen Vortrag “Widgets vs. Security”, der die verschiedenen Widget-Systeme unter Windows bezüglich ihrer Missbrauchs-Sicherheit durch Dritte beinhaltete, aufgewärmt hatte, kam der erste inhaltlich wirklich gute Vortrag: “Blogging in Africa”. Geraldine de Bastion und Andrea Goetzke stellten diverse afrikanische Plattformen und Bewegungen vor, die mit modernsten Technologien auf Afrika zugeschnittene Dienste und Nachrichten anbieten:
- Afrigator, ein News- und Blog-Aggregator
- Global Voices, eine redaktionell erstellte Blogging-Newssite mit über 150 aktiven Authoren und Übersetzern
- Kelele, die Afrikanische Blogger-Konferenz
Das Beste war allerdings Ushahidi: Crowdsourcing Crisis Information. Mit dieser Anwendung können negative Vorkommnisse in eine interaktive Karte à la Google Maps eingetragen werden. Die Berichte können per Mobile, E-Mail oder Web an Ushahidi verschickt werden. Großartige Umsetzung. Eingesetzt wurde das System für z.B. Kenia, Süd-Afrika, Kongo oder auch im Gaza-Streifen. Eine Information noch nebenbei: es gibt ungefähr 800 Blogger in Kenia.
Leider ist der Vortrag zur News-Aggregierung mit Rivva von Frank Westphal wegen Krankheit ausgefallen. Das fand ich besonders schade, da ich wegen paralleler Sessions so manche nicht sehen konnte und gerade zu diesem Zeitpunkt keine andere interessante lief.
Die von vielen als Session-Highlight empfundenen Session von Lawrence Lessig “Remix” entsprach den Erwartungen und war wie gewohnt sehr spannend und inspirierend. Ich mag seinen Vortragsstil und spezielle seine Folien sehr gern. Eine wunderbare Darlegung seiner Thesen zum Thema Copyright: Jede Nutzung von Internetinhalten erzeugt eine Kopie; Copyrightgesetze sind aus diesem Grund zumindest für Amateure obsolet.
Obwohl die Session für mich heute deutlich interessanter waren, sind die Gespräche, die außerhalb der Session geführt werden, immer noch das Interessanteste auf Konferenzen. Wenn es dann noch interessante Sessions gibt, werden die folgenden Gespräche noch spannender. Ich hoffe, dass es morgen genauso so schön weiter geht, wie der Tag heute endete.



Danke für interessanten Einblicke in die verschiedenen Konferenzen. Weiter so.