schrieb am 28. März 2009 zuEvents
Conference Hopping Tag 02: London
Der Veranstaltungsort. The guardian. The Observer.
Ich habe ja gestern schon darüber geschrieben: In Deutschland ist es zwar (glücklicherweise) nicht mehr unüblich, dass ein (großes) Unternehmen seine Büroräume für eine (Un)Konferenz zur Verfügung stellt, die just frisch bezogenen Räumlichkeiten der Tageszeitungen “The guardian” und “The Observer” haben aber noch eine andere Qualität. Im Herzen Londons, nicht unweit der Station King’s Cross gelegen, residiert man hier auf mehreren lichtdurchfluteten Ebenen, die ein riesiges Atrium umschließen. Eine ganze Etage mit mehreren hundert Quadratmetern Loungefläche und mehr als einem halben dutzend Konferenzräumen laden nicht nur zum Verweilen ein, sondern hier macht auch das Arbeiten Spaß.
Opening Doors
Als kurzer Einstieg in den heutigen Tag ein kurzes Video aus der Empfangshalle, kurz bevor mit der Registrierung der Teilnehmer begonnen wurde.
Sessions beim Barcamp London 6
War der Sessiontable am Vormittag noch jungfräulich und unbenutzt, füllte sich dieser doch innerhalb kürzester Zeit mit zum Teil spannenden bis obskuren Themen wie “Reading Everyone’s Deleted Tweets”, “Location Aware iPhone App”, “How to monetize Twitter, facebook, etc.”, “Journalism without Journalists” oder “Hacking with IKEA” und “Let’s talk about sex.”
Unabhängig von den angebotenen Sessions ist ein Barcamp für mich immer wieder gerade auch deshalb interessant, weil das Format Unkonferenz eine große Anzahl Experten mit Spezialwissen anzieht und diese im Verlauf der Konferenz alle an einem Ort verweilen und für Gespräche offen und zu haben sind. Neben der Teilnahme an für mich relevanten Sessions sind es gerade diese Gespräche mit Experten, die insbesondere Barcamps im Ausland für mich und für unsere Firma interessant machen. So hatte ich heute u.a. die Gelegenheit, ein längeres und enorm interessantes Gespräch mit Andy Mitchell, dem Gründer von GTDInbox, zu führen, bei dem es vornehmlich darum ging, wie er sein Unternehmen mit einer aktiven Userzahl von 20.000 Usern für größere Partner interessant machen könnte.
Aus dem Sessiontable habe ich mir “The Data Debate”, “The Guardian API”, “Reading Everyone’s Deleted Tweets” und “Intermediate to advanced CSS markup” herausgesucht und dann auch daran teilgenommen.
“The Data Debate” versuchte, einen guten Überblick über die frei verfügbaren Datenbanken in UK zu geben.
“Reading Everyone’s Deleted Tweets” von Tom Scott handelte von Tweleted, einem von ihm selbstentwickelten Twitter-Mashup, mit dem man aus der Datenbank gelöschte Tweets heraussuchen und anzeigen lassen kann. Spannende Sache, die den anwesenden Twitterati z.B. auch den Unterschied zwischen API und Firehose anschaulich verdeutlichen konnte. Während man via API auf die Live-Datenbank von Twitter zugreifen kann, enthält der XMPP Datenstrom der Firehose auch die bereits aus der Datenbank gelöschten Tweets. Durch einen Abgleich beider Ergebnislisten lassen sich so nur die gelöschten Tweets eines bestimmten Users anzeigen. Einfach mal ausprobieren …
Für den 13. Stock besonders spannend war “The Guardian API”, in der uns das für den Guardian entwickelte CMS vorgestellt und dessen Funktionsweise erklärt wurde.
“The guardian” basiert auf einer tag-driven Engine, die allein über Verschlagwortung der Inhalte eine Navigation durch den Inhalt erlaubt. Auch Suchanfragen mit mehreren Operanden (z.B. Obama und vor 2007) können problemlos abgefragt werden. Ebenfalls vorgestellt in diesem Zusammenhang wurde “The DATA STORE – Facts you can use” des Guardian. Hierbei handelt es sich um ein Mashup mit Google Docs, welches den Usern der Plattform in großem Umfang Daten in Tabellenform zur Verfügung stellt.
Kleine Anekdote am Rande: Bei dem Datenblatt über den britischen Staatshaushalt, an dem Mitarbeiter des Guardian wochenlang gearbeitet haben, handelt es sich um eine so genaue Aufstellung, dass sich nach der Veröffentlichung sogar staatliche Stellen beim Guardian gemeldet haben und zugeben mussten, dass selbst ihre eigenen Quellen nicht so genau sind.
Barcamp London 6 – Der Film
Ein professionelles Filmteam begleitet das Barcamp London 6 und dokumentiert Sessions, Ablauf, Orga, Prozesse und Rahmenprogramm. Erfreulicherweise wurde auch ich interviewt und konnte von verschiedenen Erfahrungen, u.a. vom Barcamp Riga 2009, berichten, welches ich im Februar diesen Jahres besuchen konnte.
Sobald das Filmmaterial zur Verfügung steht und online ist, werden wir es natürlich auch entsprechend verlinken.
Fotos und Videos vom Barcamp
Sämtliche Fotos der Unkonferenz sind mit BCL6 oder BarcampLondon getagged und lassen sich unter diesen Schlagworten z.B. auf flickr finden. Auch unsere eigenen Fotos finden sich wieder im flickr-Stream des 13. Stocks.
Gleiches gilt für Videos. Unsere Videos vom Barcamp London 6 finden sich in unserem Youtube Kanal. Sehenswert ist vor allem der kurze Clip mit Tom Scott (s.o.), der live einen Mitarbeiter von Channel5 aus den USA anruft, welcher ihm wiederholt und auf besonders perfide Weise E-Mail SPAM geschickt hat.








Schöne kurze Übersicht. Bin gespannt auf weitere Filmberichte. Wish I had been there.
Hallo Cem,
vielen Dank für dein Feedback. Wir experimentieren derzeit mit kurzen Videoclips und sind speziell hier offen für weitere Tipps und Anmerkungen. Sollten wir eher zu seesmic oder zu 12seconds tendieren? Sind auch Livestreams via Quick, UStream oder vergleichbaren Diensten interessant?
Sicher wird es morgen einen weiteren Bericht aus London geben und Montag und Dienstag aus Paris von der IWOMC.
Schöner Post der Lust auf mehr macht!
Werde Sonntag auch vor Ort sein, vielleicht schaffen wir es ja auf ein Guinness zwischen den Vorträgen :)
Gefällt mir super, klasse Video! Ich würde eher zu Seesmic tendieren, dort gibt es keine zeitliche Begrenzung. Wegen Livevideos: Ja, Qik… ist so ein Fall für sich. Livestreaming schön und gut, aber die Qualität lässt zu wünschen übrig. Noch schlechter als ein normales Video mit dem Handy.
Ustream schon eher. Das würd ich mir anschauen.
Hej Timo,
vielen Dank für deinen Kommentar und deine Empfehlungen. Bislang nutze ich für Videos eine digitale Pocketkamera von Kodak, eine V705 mit Doppelobjektiv und ca. 7 Megapixeln.
Ich tendiere auch eher zu Seesmic und Videos mit besserer Qualität. Insbesondere durch den Tweet von @Heiko heute über INNOVID bekommt das Thema für uns auch noch mehr Relevanz.