Sebastian Baumer schrieb am 21. Januar 2012 zuNews, Tools, User Generated Content

Hochgeschlossen. Ein Blick auf iBooks Author.

Das Tool sieht auf den ersten Blick wirklich außerordentlich gelungen aus – Apples neue und kostenlose Software iBooks Author tritt mit großen Ambitionen an: Jeder soll in Zukunft seine eigenen elektronischen und interaktiven Bücher in tollen Layouts und mit fantastischer Typographie ganz einfach selbst veröffentlichen können, unabhängig von den Verlagen und ihren altbackenen Strukturen. Abgesehen davon, dass man Apples dazugehörige und im selben Rahmen vorgestellte, langfristige Strategie, Schulen und Universitäten dazu zu bringen, iPads und Bücher aus dem iBookstore zu Lehrzwecken zu nutzen, nicht nur für sehr bedenklich halten kann, sondern sogar muss, gibt es auch für den Hobbyschreiber mit Eigenpublikationsambitionen gute Gründe, die Finger von Apples neuer und kostenloser Software iBooks Author zu lassen oder zumindest sehr genau zu überlegen, ob man ein so wichtiges Projekt wie ein Buch mit damit erstellen will – ich will nur drei davon nennen, die Lizenzbedingungen sind mindestens ebenso umstritten:

1.) Geräte und Versionsbindung. Wer ein Buch mit iBooks Author setzen und über den iBook-Store veröffentlichen will, sollte sich bewusst sein, dass sein komplettes denkbares Publikum eine sehr eng gefasste Gruppe von Lesern ist: Die mit dem Tool erstellen Bücher laufen lediglich auf iPads, diese müssen auch zwingend die aktuellste Software iBooks 2 installiert haben. Die erstellten Bücher mit allen Inhalten können nicht an iPhones, Android-Tablets, PCs oder Macs angesehen werden. Drastischer ausgedrückt: Das durch die Software erstellte Dateiformat (.ibooks) ist außerhalb von iBooks 2 und dem iPad nur Dateimüll.

2.) Die grottigsten Exportfunktionen, die ich in einem Apple-Programm jemals gesehen habe. Natürlich, so “großzügig” ist man dann schon in Kalifornien, darf der Autor sein Buch doch auch selbst abspeichern und könnte es dann rein theoretisch selbst vertreiben. Nur: Wer tatsächlich versucht, das Buch etwa als PDF zu exportieren (das gängige ePub oder andere Formate werden gar nicht erst als Option angeboten), der wird beim Öffnen der Datei mit einem ziemlich großen Apple-Logo inklusive Schriftzug “iBooks Author” auf jeder einzelnen Seite konfrontiert, was sich nicht abschalten lässt. Unbrauchbar. Ansonsten darf man nur den reinen Text wieder aus der Software exportieren, was schon im Ansatz keinen Sinn ergibt, da iBooks Author ein Layout-Tool und kein Schreibprogramm ist, d.h. man den Text in aller Regel nicht ursprünglich in der Software getippt hat.

3.) Abhängigkeit von der Willkür Apples. Wie auch beim App-Store gilt bei Veröffentlichungen über den iBookstore natürlich das Prinzip: Alleine Apple entscheidet, ob Dein von Dir erstelltes Buch in den iBookstore kommt oder nicht. Und bei Büchern und Texten ist das ganze Thema sicherlich noch eine Ecke heikler als bei Apps, die meist eher Werk- und Spielzeuge sind und wenig mit Meinung zu tun haben. Man will gar nicht erst anfangen, darüber nachzudenken, wie viel Prozent der Weltliteratur nicht erschienen wären, weil Apple sie aufgrund vermeintlicher Anstößigkeit niemals in ihre virtuellen Regale gelassen hätte.

Vorläufiges Fazit: Leider bestätigt Apple mit iBooks Author ein paar der schlimmeren Vorurteile gegenüber dem Konzern: Jedes damit erstellte Projekt ist fest an Software, Hardware und Vetriebswege von Apple gekoppelt und davon quasi nicht abzulösen. Persönlich kenne ich kaum eine Software aus dem Hause Apple, die die mit ihr erstellten Dateien so rigide an das eigene Ökosystem bindet. Die implementieren Pseudo-Optionen, das erstellte Produkt auch eigenhändig zu veröffentlichen (entweder das Verschicken von riesigen Dateien, die nur von iPads gelesen werden können oder PDFs mit Wasserzeichen auf jeder Seite) sind de facto keine.

Wer im Selbstverlag ein eBook veröffentlichen will, sollte sich gut überlegen, ob es ihm das wert ist – oder schlicht zu Lösungen greifen, die ihm selbst die Kontrolle über sein Werk behalten lassen: Das ebenfalls von Apple stammende Pages etwa hat natürlich keine so schicken Vorlagen, kann aber ePub exportieren und eignet sich prächtig. Wer es eine Nummer größer braucht, der greift zum Profi-Werkzeug Adobe InDesign. Von iBooks Author kann man in dieser Version jedenfalls leider nur abraten, auch wenn es auf den ersten Blick wirklich toll aussieht und Apple-Fans zu begeistern weiß.

Hinweis: Der Verfasser dieser Zeilen benutzt für Text und Design täglich iMacs, iPhones und sonstigen Apple-Kram und mag iBooks Author nicht deswegen nicht, weil es von Apple kommt, sondern weil es genau das bestätigt, was Apple-Hasser Apple immer vorwerfen.

Sebastian Baumer schrieb am 19. Januar 2012 zuSocial Networks, Tools

Was der Name verspricht. Ein Review von Wunderkit.

Was ist Wunderkit?

Wunderkit ist der sich momentan in der Beta-Phase befindliche jüngste Wurf des Berliner Startups 6Wunderkinder, das mit der einfachen wie sehr schicken ToDo-Listen App Wunderlist im letzten Jahr einen absoluten Volltreffer gelandet hat, der inzwischen von 1,6 Millionen Menschen genutzt wird. Dieses Mal sollte es ein bisschen mehr sein als eine App mit einer simplen Kernfunktion: Wunderkit ist ein browserbasiertes (Mobile Apps sollen folgen) Produktivitätstool/Netzwerk für Kollaboration geworden, ein “Facebook für Produktivität”, wie Netzwertig schreibt.

Oberfläche und UI

Im Bereich Design und Usability macht den 6Wunderkindern kaum jemand was vor: Wunderkit sieht fantastisch aus und ist sehr intuitiv zu bedienen. Vor allem in den kleinen Details merkt man, dass sehr viel Mühe und Liebe in Wunderkit gesteckt wurde, denn auch wenn die Beta hier und dort noch ein paar Verbesserungen brauchen könnte und ab und zu Bugs auftauchen, wird sich jeder, der schon mal eine moderne iOS-App benutzt hat und grundsätzlich weiß, wie Social Networks gebaut sind, auf Anhieb zurechtfinden.

Kollaboration

Wie Wunderkit grundsätzlich funktioniert, erklärt das hauseigene Tutorial-Video:

Grundsätzlich splittet sich jeder Workspace in Wunderkit (d.h. ein Bereich für ein bestimmtes Projekt) in drei Abschnitte: Dashboard, Notes und Tasks. Die Tasks sind im Grunde die bereits bekannten Funktionen aus der ToDo-App Wunderlist: Man kann einzelne Tasks eintragen, diese auf bestimmte Tage terminieren, taggen und Personen zuweisen. Die einzelnen Tasks können nach Erstellung geliked und kommentiert werden. Notes ist der Bereich für längere Einträge, die ebenfalls mit Tags, Likes und Kommentaren bedacht werden können. Auf dem Dashboard wiederum laufen die verschiedenen Bereiche zusammen. Hier werden die neuesten Einträge und Aktionen des eigenen Workspaces in einem Stream zusammengestellt, zusätzlich bekommt man die Aktivitäten von Teammitgliedern und eine Liste der verbundenen Menschen.

Netzwerk- / Subscribefunktion

Jeder Workspace kann in Wunderkit auf “Public” gestellt werden und jedem Profil eines öffentlichen Workspace kann jeder Nutzer folgen. Es ist dem Follower eines Workspaces dann möglich, einzelne Statusupdates und öffentliche Items des Workspaces zu sehen, liken oder zu kommentieren, ähnlich wie es etwa bei Facebookpages von Unternehmen und Projekten der Fall ist. Natürlich können darüber Crowdsourcing-Aktionen gestartet werden, neue Mitarbeiter gefunden werden und direkte Projektupdates veröffentlicht werden, der konkrete Grund für die Macher, das Tool zu einem eigenständiges Social Network ausufern zu lassen (abgesehen davon, dass es sich gut als Alleinstellungsmerkmal verkaufen lässt), erschließt sich mir allerdings bislang nicht.

Fazit

Konzeptuell wirkt Wunderkit auf mich noch nicht ganz ausgereift – es ist eine Mischung aus Social Network und Kollaborationstool, die stellenweise ein bisschen verwirrend gestaltet ist, was die Abgrenzungen von Follower/Followings, Workspaces, Profilen und Teammitglieder angeht. Auch das Design spricht wohl nicht jedermann an, sondern ist klar auf die Zielgruppe der sehr webaffinen Menschen zugeschnitten. Ein weniger unruhiger Hintergrund zumindest in der direkten Postingumgebung und größere Schriften würden es jedenfalls deutlich aufgeräumter wirken lassen. Schließlich gibt es in Sachen Funktionen auch noch Verbesserungsbedarf: Außer Statusupdates, Notes und ToDo-Listen gibt es derzeit nicht viele Funktionen in Wunderkit, in der Hinsicht ist die Konkurrenz (etwa Flowr, Yammer oder Basecamp) um einiges voraus, etwa mit der Möglichkeit, auch Dateien im System zu hinterlegen.

Insgesamt ist Wunderkit ein hochwertiges und modernes Produkt, in das viele Ideen geflossen sind und das vor allem mit einer sehr ansprechenden Oberfläche glänzt. Es ist einfach und intuitiv zu bedienen und erinnert im Kern an die bekannten Kollaborationstools. Schwierig zu beurteilen sind die internen Networking-Funktionen. Natürlich hat es seinen Reiz, den einzelnen Projekten von Personen(gruppen) zu folgen, aber grundsätzlich wirkt das Feature auf mich etwas überambitioniert und gezwungen “social”. Ein weiteres Netzwerk neben Facebook, Twitter und Co. zu pflegen, spricht außerdem wohl nur eine bestimmte Gruppe von Nutzern an. Wer die Public-Funktion nicht benötigt, der ist auch aufgrund des Funktionsumfangs wohl derzeit bei anderen Anbietern besser aufgehoben. Dem riesigen Vorab-Hype um Wunderkit wird das Tool meiner Meinung nach momentan jedenfalls (noch) nicht gerecht.

Wer sich Wunderkit gerne selbst ansehen will, der hinterlässt bitte einen Kommentar unter diesem Artikel. Wir vergeben ein paar Invites unter den Kommentierenden (bitte korrekte Mail-Adresse mit angeben).

Sebastian Baumer schrieb am 17. Januar 2012 zuOnline Trends, Social Networks, Tools

Warum ich in Zukunft mit Bing google.

Google hat in den letzten Jahren Fehler auf Fehler auf Dummheiten gehäuft. Jetzt fängt der Internetgigant an, seine Kernfunktionen zu zerstören.

Es war eine höchst unschöne Geschichte, von der außerhalb der Vielnutzerkreise kaum jemand etwas mitbekommen hat: Ende des letzten Jahres entfernte Google die sozialen Funktionen aus seinem Feedreader. Völlig unbeobachtet von der Facebook- und Twitter-Masse war dort im Laufe der Jahre ein eigenes Biotop entstanden, ein kleiner Zirkel aus Bloggern, die sich gegenseitig folgten und per One-Klick lesenswerte Artikel miteinander teilten. Ein unaufgeregtes, langsames Miteinander, bei dem nicht die lustigsten Gif-Bilder, die dümmsten Kommentare und die größten Egos, sondern richtig gute Artikel im Zentrum standen. Das Ganze wurde ersatzlos entfernt, Protest zwecklos. Stattdessen führte Google im Reader an der entsprechenden Stelle einen +1-Button ein, mit dem man Artikel auf Google Plus sharen kann, dem hauseigenen Facebook-Klon, dem mit allen denkbaren Mitteln mehr Nutzer zugeführt werden sollen.

Die Abschaffung der Sharing-Funktion innerhalb des Google Readers steht in einer Reihe von Dummheiten, die Google in den letzten Jahren fabriziert hat, um den Vorsprung von Facebook in Sachen personalisierter Nutzerdaten aufzuholen. Google will mit allen Mitteln “Social” werden und schießt dabei einen Bock nach dem anderen. Sie tragen Namen wie Wave, Buzz, Klarnamenzwang und priorisierte e-Mail-Inbox.

Grundsätzlich waren diese Dinge allesamt sehr lästig, aber harmlos. In Summe betrafen sie hauptsächlich diejenigen User, die eigentlich zu viel Zeit im Internet verbringen und die einen Höllenspaß daran hatten, die tollpatischen Experimente der alten Tante Google auf Twitter und in Blogs zu belächeln und zwei bis drei Google-Fanboys, die endlich die Übernahme der Weltherrschaft in greifbarer Nähe sahen und sich “I have moved to G+”-Profilbilder in ihre Facebook-Accounts packten, nur um sie drei Wochen später kommentarlos und verschämt wieder zu löschen.

Das hat sich jetzt geändert. Ich kann vermutlich keine Argumente vortragen, die in den letzten Tagen nicht schon anderswo genannt wurden, aber ich möchte doch festhalten, warum ich Google mindestens testweise den Rücken kehren werde, weil ich der Meinung bin, dass jetzt eine Grenze überschritten wurde: Mit dem supersperrig benannten Feature “Search Plus Your World” zerschießt Google nämlich ab demnächst auch in Deinem Land seinen innersten Kernbereich: Die Suchergebnisse. Die Suche wird in Zukunft personalisiert, es werden Google Plus-Profile hoch gerankt und Artikel weiter oben angesiedelt, die von Personen empfohlen wurden, mit denen man über Google Plus verknüpft ist. Ich kann nicht beurteilen, inwieweit der Normalnutzer, der maximal bei Gmail eingeloggt ist und kein Profil dort besitzt, diese Veränderung überhaupt wahrnehmen wird, aber ich erwarte eine neutrale Recherche nach neutralen Relevanz-Algorithmen, wenn ich einen Begriff in die Suchmaschine meiner Wahl eintippe. Ich erwarte einen hohen Grad an Verlässlichkeit und muss einem Tool vertrauen können, das ich jeden Tag mehrfach nutze.

Lese ich manchmal gerne, was das männliche Tech-Nerd-Publikum, dass sich auf Google Plus vorwiegend tummelt, zu verlinken und zu sagen hat? Ja, natürlich. Die Entwicklung im Großbereich Internet ist eines meiner Interessensgebiete, es ist schlussendlich auch mein Job. Will ich, dass diese Gruppe von Leuten dafür relevant dafür wird, was ich bei jeder meiner Suchanfragen zu Gesicht bekomme? Unter gar keinen Umständen. Ich habe in vielen, vielen Fällen, in denen ich Google bislang nutzte, nicht das geringste Interesse an dem heißesten Scheiß aus der Social Media-Filterblase, ich möchte mich nicht an noch mehr Werbung, als dort sowieso schon vorhanden ist, vorbeiscrollen müssen (und nichts anderes als Werbung für einen eigenen Dienst sind die Google Plus-Profile an prominenter Stelle in den Suchergebnissen), um zu den tatsächlich relevanten Sachen zu kommen. Und ich möchte eigentlich auch nicht sehen, wie demnächst Artikel darüber geschrieben werden, wie wichtig Google Plus neuerdings aus SEO-Gründen geworden ist und dann beobachten, wie Leute dort zwanghaft ihre eigentlich verwaisten Profile plötzlich wieder pflegen, in der Hoffnung, dass es ihnen drei Klicks mehr für ihre Netzpräsenzen bringt. Letzteres ist wohl unvermeidlich, den Rest kann ich selbst umgehen.

Es wird es die Möglichkeit zum Opt-Out geben, die Möglichkeit, all diese Dinge gar nicht erst zu benutzen, aber das ist nicht der Punkt. Ich habe selbstverständlich keine Lust, bei jeder Suche doppelzuchecken, ob ich ausgeloggt oder eingeloggt bin und ob das Feature abgeschaltet ist, es geht hier aber nicht um die Bequemlichkeit des Nutzers, sondern um Prinzipien. Es geht um die Richtung, die Google nicht erst mit der Einführung von “Search Plus Your World” einschlägt, und die führt weg von der neutralen und höchst zuverlässigen Indexierung des Internets, die man seit Jahren kennt. Es ist ein bedenklicher Schritt. Natürlich könnte es tatsächlich sein, dass das Ganze im Grunde nur ein Versuch ist, mehr Druck in Richtung Twitter und Facebook aufzubauen, diese dazu zu bringen, ihre Daten für Google durchsuchbar zu machen, aber man kann am Ende keinem für die eigene Mediennutzung so zentralen Werkzeug vertrauen, dessen Anbieter seine seit Jahren eigentlich überragend gute Kernfunktionalität derart zu modifizieren bereit ist und permanent mit der Brechstange versucht, die Leute zur Nutzung eines seiner Zusatzdienste zu nötigen (demnächst übrigens auch via YouTube).

Ich bin dann vorerst mal bei Bing, Tante Google. Dazu reichen mir zwei Klicks, dann benutzt mein Browser (nein, nicht Chrome) Dich nicht mehr als Standardsuchmaschine.

Deborah Tyllack schrieb am 5. Januar 2012 zuOnline Trends, People, Tools

State of the Art – Vergleich der Künstler-Plattformen

Die expressionistischen Entwicklungen des digitalen Zeitalters verlangen nach einer Bühne, virtuell gesprochen, einer Plattform. Von diesen Plattformen gibt es mittlerweile eine Menge, und da ich selbst als Grafikdesignerin diese Kanäle nutze, stelle ich euch drei davon einmal vor: Behance, eine Creative-Plattform, DeviantArt, eine Künstler-Community und Fotocommunity, eine Plattform rund um die Fotografie.

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Behance

Behance spricht von sich selbst als “Creative Professional Platform” und kann dieses Versprechen auch halten. Schwerpunkt ist die Galerie, hier finden sich ausgewählte Arbeiten der Seitenbetreiber, die sowohl an Kreativität als auch an Professionalität nichts zu wünschen übrig lassen. Durch diese Selektion bekommt man immer einen bunten Strauß an fantastischen Arbeiten zu sehen. Anmelden kann sich dennoch jeder. Das was bei Facebook das Profil ist, ist hier das Portfolio. Der Großteil der Arbeiten besteht aus Design und Fine Art, aber auch Typografie, Fotografie und Illustration kommen nicht zu kurz und obwohl auch viele freie Arbeiten präsentiert werden, dominieren die veröffentlichten, professionell beauftragten Arbeiten.

Jede Arbeit hat einen “Appreciate this”-Button, mit dem man eine positive Stimme abgeben kann. Darüber hinaus lässt sich jedes Projekt auf den gängigen sozialen Plattformen teilen und auch an StumbleUpon senden. In einem kleinen Fenster öffnen sich einem über 24 Möglichkeiten, diese Arbeit zu verbreiten oder zu markieren. Gefällt einem ein Profil, kann man ihm folgen, und wird nun über alle neuen Veröffentlichungen auf dem Laufenden gehalten. Außerdem kann man Profile in seinen “Inner Circe” einladen, und so eine Art Freundeskreis erstellen. Natürlich kann auch jedes Profil und jedes Projekt kommentiert werden. Die Kommentare bleiben dabei in der Regel sehr fachlich und professionell.

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Fazit: Professionelle Creative-Plattform mit hohem Anspruch, Selektion und gutem Design.

Persönliche Profil-Perlen:

www.behance.net/mydeadpony

www.behance.net/akaempk

(Finde mich auf Behance: www.behance.net/dtyllack)

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http://www.behance.net/gallery/2011/2708365
Illustration 2011 Raphael Vicenci

DeviantArt

Mit über 18 Millionen angemeldeten Künstlern und 180 Millionen hochgeladenen Arbeiten, nennt sich DeviantArt wohl zurecht die weltweit größte online Art-Community. Insgesamt zeigt sich diese Plattform sehr fantastisch und phantasievoll.

Auf der Startseite befindet man sich bereits in der Galerie. Wandert man zwischen den Arbeiten umher, hat man es recht schwer einen Überblick zu behalten, da es keine eindeutige Menüführung zu geben scheint. Die Bandbreite der Künstler erstreckt sich von Anfänger bis Profi und auch in den Stilen und Techniken ist so gut wie alles vertreten. Meist geht es dabei um Fotografie, Zeichnungen und Malereien.

Hier kann sich jeder ein Profil erstellen und seine Arbeiten präsentieren und kommentieren lassen. Eine Hand voll Social Media Buttons erlauben das Verbreiten der gesichteten Arbeiten. Gefällt einem etwas besonders gut, kann man es zu seinen Favoriten hinzufügen. Die für die Kommentar-Leiste verfügbaren animierten Smileys erinnern eher an ein Chatportal, allerdings sind die Kommentare hier auch oft sehr emotional und persönlich verfasst.

Profile können besucht oder beobachtet werden. Außerdem gibt es Wettbewerbe und Punkte, die man vergeben kann. Wenn der Künstler es eingestellt hat, sind Arbeiten auch käuflich. Über den DeviantArt-Shop kann man sich sein Lieblingswerk aussuchen, in gewünschter Größe bestellen und zwischen Papier-, Leinwand- oder Fotodruck wählen.

Fazit: Große Community für jedermann, der sich künstlerisch und phantasievoll ausdrücken und präsentieren möchte.

Persönliche Profil-Perlen:

senderosolvidados.deviantart.com

ev-sta.deviantart.com

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Fotocommunity

Die Fotocommunity ist, wie der Name schon vermuten lässt, eine Gemeinschaft für Fotografie. Über 1 Millionen Fotografen sind auf dieser Plattform angemeldet. Doch nicht nur sie finden sich hier, auch Models können sich anmelden. Darüber hinaus tummeln sich auch viele Fotokünstler auf diese Plattform. Kurz: Jeder, der Freude an der Fotografie hat. Mit einer eindeutigen Startseite und ausgewähltem Bild präsentiert sich diese Plattform mit ruhigem Design und einer relativ klaren Struktur.

Von der klassischen Portrait-Fotografie über Akt, Abstraktem bis hin zu professionellen Fotomontagen und Bildbearbeitungen ist hier alles zu finden. Es mischen sich laienhafte Schnappschüsse mit hochaufwendigen Fotografie-Kunstwerken. Auch hier bietet sich die Möglichkeit, sich zu vernetzen und auszutauschen. Arbeiten können gekauft werden, Models und Fotografen gebucht werden. In einem Forum kann man sich in drei verschiedenen Kategorien an Diskussionen beteiligen. Jede Arbeit lässt sich über die bekannten sozialen Netzwerke verbreiten und einbetten. Es können Kommentare abgegeben werden, die sich, oft in den unterschiedlichsten Sprachen unterhalb der Arbeit finden. Das Profil eines angemeldeten Fotografen ist überschaubar an Informationen und konzentriert sich mehr auf sein künstlerisches Statement und seine Arbeit.

Fazit: Umfangreiche Community für Fotografen, Models und Foto-Begeisterte mit Ambitionen.

Persönliche Profil-Perlen: eduard szattler, LLen29

http://www.fotocommunity.com/pc/pc/mypics/1565080/display/26302889
“What I want here?” von Eduard Szattler

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Gesamt-Fazit

Die drei Plattformen sind, obwohl sie alle für kreative Arbeiten sind, sehr unterschiedlich.

Behance macht auf mich einen sehr professionellen aber auch elitären und unpersönlichen Eindruck. Die Arbeiten sprechen allerdings tatsächlich für sich, und um diese geht es im Endeffekt. Wer hier aber auf große Kommunikation hofft, wird meiner Meinung nach enttäuscht werden. Ein bisschen wie eine Museumsführung. Bitte flüstern!

DeviantArt birgt viele Talente, die wie ich finde in der Fülle der Arbeiten leider völlig untergehen, und nur durch geduldiges Suchen aufgespürt werden können. Die Mitglieder unter sich haben offensichtlich einen recht aktiven Austausch, als Außenstehender kommt man nicht so recht mit. Manchmal ist weniger eben doch mehr!

Die Fotocommunity ist am unpersönlichsten, da am wenigsten Informationen über die Mitglieder und am wenigsten Austausch-Möglichkeiten angeboten werden. Der Fokus wird klar auf die Arbeit gelenkt, welche zu einem Großteil leider keinen sehr professionellen Eindruck auf mich macht. Dazwischen befinden natürlich einige Ausnahmen. Hier bleiben die Arbeiten leider in der Quantität überschaubar. Suchen macht Spaß, aber Finden noch viel mehr!

Welche Plattformen nutzt ihr, um eure Kunst zu präsentieren? Was macht sie für euch so attraktiv?

Nicole Pingel schrieb am 25. November 2011 zu13. Stock intern, News

13. Stock meets University

Social Media und Theorie? Das passt nicht zusammen? Das wollen wir doch mal sehen!

Unter diesem Motto führt der 13. Stock seit dem Wintersemester 2011/2012 ein Recherche-Projekt in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, genauergesagt dem Studiengang Medien & Information, durch.

Dieser Studiengang ging einst aus seinem thematisch etwas angestaubten Vorläufer „Mediendokumentation“ hervor. Während einerseits Wert darauf gelegt wird, die Lehre mit möglichst aktuellen Inhalten aus der Medienbranche zu gestalten, sind die informationswissenschaftlichen Wurzeln in einigen Fächern aber noch immer zu spüren. Deutlich wird das z.B. im Fach Information Research, in dem unser gemeinsames Projekt angesiedelt ist. Hier erlernen die Studenten Recherchestrategien, die es ihnen ermöglichen sollen, sowohl das Hyper-Informationsmedium Internet, als auch klassische Datenbanken und Kataloge zu nutzen, um optimale Rechercheergebnisse zu erzielen und sie für die berufliche Praxis aufzuarbeiten.

Nachdem beispielsweise bereits die Otto Group und die Deutsche Bahn AG Recherche-Projekte in diesem Rahmen angeleitet haben, schicken nun wir zwei Studenten-Teams zu den Themen Social- und Mobile Media in der Verlags- und Medienwelt sowie Augmented Reality ins Rennen. In beiden Themen geht es vor allem um:

  • eine umfassende Status-quo-Analyse der aktuellen Konzepte und Einsatzgebiete
  • die Erstellung von Case Studies
  • das Aufstellen einer Prognose über die zukünftige Entwicklung des jeweiligen Feldes auf Basis der ermittelten Daten.

Warum haben die Studenten gerade diese Themen ausgewählt?

Anna Buga fasziniert an den Entwicklungen im Bereich Augmented Reality vor allem „wie phantasievoll diejenigen sind, die in der Entwicklung arbeiten, wie unternehmungslustig jene sind, die die Ergebnisse einsetzen lassen und wie neugierig solche sind, die es nutzen“. Kristine Krause und ihre Gruppenmitglieder interessiert an dem professionellen Einsatz von Social und Mobile Media vor allem die Aktualität und Massenwirksamkeit. Da sie täglich davon umgeben sind, empfinden sie einen großen „Selbstbezug und Vertrautheit zum Thema“. Ihre ersten Recherchen ergaben, dass allen drei Bereichen voraussichtlich nach wie vor Wachstum bevorsteht, daher können sich einige von ihnen sogar vorstellen, sich später beruflich in diesen Themengebieten zu engagieren.

Was haben die Studenten von diesem Projekt?

Schon im dritten Studiensemester erhalten sie die Möglichkeit praktisch mit Unternehmen zusammen zu arbeiten. Vor allem für diejenigen, die frisch von der Schulbank ins Studium gingen, kann das den ersten richtigen Kontakt mit der Arbeitswelt bedeuten. So erhalten sie Einblicke in ein professionelles Unternehmen und setzen sich mit Themen auseinander, die nicht nur in der Theorie sondern auch in der tatsächlichen Berufspraxis von Relevanz sind.

Und wir?

Die Studenten unterstützen uns bei dem, was im schnelllebigen Arbeitsalltag aufgrund von Zeitmangel zu häufig unter den Tisch fallen muss: Eine gewissenhafte, umfassende Recherche, in der alle relevanten Fragestellungen eines Themas beleuchtet werden können und, was noch wichtiger ist, die sinnvolle Strukturierung und Aufbereitung der gefundenen Informationen. So können wir die Ergebnisse auf vielfältige Weise verwenden.

Zurzeit befindet sich das Projekt noch in der Anfangs- und die Studenten in der Orientierungsphase. Aber wir sind schon jetzt gespannt auf die Ergebnisse, bedanken uns noch einmal auf diesem Wege bei „unseren“ Studis für die Zusammenarbeit und wünschen viel Erfolg!

Deborah Tyllack schrieb am 18. November 2011 zu13. Stock intern

Hey, Hallo und Hi.

Eine kurze Vorstellung: Ich bin Deborah Tyllack, 23 Jahre alt, ab sofort auch für Worte zuständig und wandle somit auf ganz neuen Wegen. Im August habe ich mein Diplom am Institute of Design Hamburg gemacht, allerdings auf einem ganz anderen Fachgebiet: Kommunikationsdesign. Ganz anders, weil es dabei oft nur um das Grafische geht, gar nicht so ganz anders, weil man sich dabei auch immer mit Worten beschäftigen muss. Seit Juni 2011 liefere ich bereits grafische Beiträge für den 13. Stock und werde in Zukunft also auch für dieses Blog schreiben. Darüber bin ich hoch erfreut, denn mein Fachgebiet ist Editorial-Design (Einen Einblick in meine Arbeiten findet ihr auf meinem Behance-Profil), welches sich ja bekanntlich sehr mit dem geschriebenen und auch gedruckten Wort auseinandersetzt. Auf den Druck muss ich in diesem Fall zwar verzichten, das stört mich aber nicht weiter, ganz im Gegenteil finde ich es sehr spannend, und bin neugierig auf alles, was kommt.

Hier soll es vor allem um das Social Media-Leben gehen. Und was gibt es in diesem Bereich nicht alles zu entdecken und zu erleben: Die Zahl der Menschen, die nicht digital vernetzt und zumindest von Zeit zu Zeit auch bei Facebook und Co. aktiv sind, sinkt immer weiter. Kommunikation ist ein sehr wichtiger und wesentlicher Bestandteil der Gesellschaft, der ganzen Menschheit und ein Großteil dieser Kommunikation findet heute über soziale Netzwerke statt. Das macht deutlich, welche Relevanz, das Internet als Kommunikationsweg inzwischen für uns hat.

Diese Relevanz hat sich der 13. Stock zur Aufgabe gemacht, genauso wie ich es mir nun zur Aufgabe machen werde, Worte für dieses Blog zu liefern und ich bin sehr gespannt, was mir alles begegnen wird, auf diesen ganz neuen Wegen.

Foto by Katrin Bpunkt (www.katrinb.com)